Mull ist Baumwolle, so locker gewebt, dass das Tuch dünn und weich ist und schnell trocknet. Mulltücher gibt es in zwei Größen. Das kleine ist das Spucktuch schlechthin, früher hieß es Mullwindel. Mit einem Baby im Haus liegt eins auf deiner Schulter, eins in der Wickeltasche und eins neben der Wickelauflage. Das große heißt im Laden oft Musselindecke oder Swaddle, und darin lässt sich ein Neugeborenes einwickeln.
Die meisten Babys spucken nach dem Trinken ein bisschen Milch wieder aus, am meisten mit etwa 4 Monaten. Das Mulltuch fängt sie auf, bevor sie auf deinem Pulli oder dem Sofa landet.
- Alter0–12Monate
- Du brauchst8–12
- SaisonGanzes Jahr
Spucktuch oder großes Mulltuch?
Es ist derselbe Stoff, und in den meisten Familien sind beide im Einsatz. Das Spucktuch misst meist etwa 70 × 70 cm. Es kommt über die Schulter, unters Kinn und in die Tasche. Das große misst etwa 120 × 120 cm. Darin kannst du ein Neugeborenes pucken, du legst es dir beim Stillen über die Schulter, oder du breitest es als saubere Unterlage auf dem Boden aus.
Ein Neugeborenes, zwei Größen
Spucktuch

Großes Mulltuch

Wofür braucht man Mulltücher?

Über der Schulter
Leg es dir über die Schulter, bevor dein Baby sein Bäuerchen macht, sodass es Schulter und oberen Rücken bedeckt. Genau dort landet die Milch.

Unterm Kinn
Beim Fläschchen oder beim Stillen steckst du es deinem Baby unters Kinn. Es fängt auf, was danebenläuft, und die Milch, die am Ende der Mahlzeit wieder hochkommt.

Als Unterlage
Ausgebreitet liegt dein Baby darauf, wenn du unterwegs wickelst oder es eine Weile ohne Windel strampeln darf. So bleiben Bett und Teppich darunter sauber.

Zum Aufwischen
Verschüttete Milch, Sabber, eine laufende Nase: Trocken oder angefeuchtet wischt es alles weg. Danach kommt es mit der übrigen Wäsche in die Maschine.
Wie viele Mulltücher brauchst du?
Unter Eltern gilt: Spucktücher kann man nie genug haben. Für den Anfang reichen 8 bis 12 kleine und zwei oder drei große. Damit kommst du ein, zwei Tage bis zur nächsten Wäsche aus, wenn dein Baby ab und zu spuckt. Manche Babys spucken kaum, dann reichen ein paar Tücher. Ein echtes Spuckkind mit Reflux dagegen, bei dem nach fast jeder Mahlzeit Milch hochkommt, kann schon bis mittags mehrere durchweichen. Kauf also erst mehr, wenn du dein Baby kennst, nicht vorher.
Welche Spucktücher gibt es?
Für die meisten Familien reicht eine Packung Mulltücher für alles. Spuckt dein Baby viel, leg dir zusätzlich ein paar dickere Tücher fürs Bäuerchen zu. Sie halten mehr, bevor die Milch bis zu deinem Oberteil durchkommt.

Mulltuch
Ein oder zwei Lagen Mull. Es bedeckt die ganze Schulter und lässt sich so klein falten, dass es in die Hosentasche passt.
- Gut: Trocknet schnell
- Gut: Taugt auch als Wickelunterlage
- Nicht gut: Weicht bei einem großen Schwall durch

Geformtes Spucktuch
Ein Streifen aus mehreren Lagen Mull, etwa 50 cm lang und in der Mitte oft schmaler, damit er sich um die Schulter legt.
- Gut: Bleibt auf der Schulter liegen
- Gut: Mehrere Lagen dick
- Nicht gut: Zu klein, um dein Baby darauf zu legen

Frottee oder Molton
Frottee ist Handtuchstoff mit kleinen Schlingen, Molton ein weich angerauter Baumwollflanell. Beide sind dicker als Mull.
- Gut: Nimmt am meisten Milch auf
- Nicht gut: Trocknet langsam
- Nicht gut: Trägt in der Wickeltasche auf
Welches Mulltuch kaufen?
Die meisten Mulltücher sind aus 100 % Baumwolle, so locker gewebt, dass Licht hindurchscheint. Auf dem Etikett heißt der Stoff mal „Mull“, mal „Musselin“. Steht „zweilagig“ oder „Doppelmusselin“ darauf, sind zwei Lagen zusammengenäht, und das Tuch nimmt mehr Milch auf. Fürs Bäuerchen und zum Wickeln sind etwa 70 cm richtig, so groß muss ein Tuch sein, um eine Schulter zu bedecken.
Vorgewaschene Tücher sind von Anfang an weich. Alle anderen werden es in der ersten Wäsche und kommen geknittert aus der Maschine. Glatt werden sie nicht mehr: Musselin bleibt knittrig, und das gehört so.

Wo ein Mulltuch nichts zu suchen hat
Das Mulltuch vor dem Kinderwagen ist im Sommer ein Klassiker. Trotzdem gehört es nie vor die Öffnung von Kinderwagen oder Babyschale, auch wenn deinem Baby die Sonne in die Augen scheint. Die Sonne kommt durch den dünnen Stoff trotzdem, der Luftzug aber nicht, und so wird es darunter heißer als ganz ohne Tuch. Zieh lieber das Verdeck nach vorn oder klemm einen Sonnenschirm an.
Im Babybett liegt ein Mulltuch im ersten Jahr nie lose, auch nicht als Spuckschutz unterm Kopf, denn es kann deinem Baby übers Gesicht rutschen. Fest gewickelt als Pucktuch ist ein großes Mulltuch nicht lose. Das gilt, bis dein Baby die ersten Drehversuche macht, dann ist mit dem Pucken Schluss. Ab wann eine Decke mit ins Bett darf, steht auf der Seite zur Babydecke.
Häufige Fragen
Was kann ich statt eines Mulltuchs nehmen?
Es muss kein spezielles Tuch sein. Jedes weiche Baumwolltuch fängt Spucke auf: ein Waschlappen, eine Stoffwindel, ein kleines Handtuch. Ein Waschlappen bedeckt allerdings weniger von deiner Schulter, und etwas Milch landet trotzdem auf deinem Oberteil.
Kann ein Mulltuch das Lätzchen ersetzen?
In den ersten Monaten oft, ja. Unterm Kinn tut es beim Trinken denselben Dienst wie ein Lätzchen, und du ziehst es weg, ohne dein Baby zu wecken, wenn es an der Brust oder an der Flasche eingeschlafen ist. Sobald dein Baby zu sabbern beginnt und Brei bekommt, bleibt ein Lätzchen besser an seinem Platz.
Bis wann braucht man Spucktücher?
Bis das Spucken aufhört, meist zwischen 9 und 12 Monaten. Weggeräumt werden sie danach trotzdem nicht: Beim Essen und als leichtes Handtuch sind sie noch lange im Einsatz.
Darf mein Baby mit einem Mulltuch schlafen?
Im ersten Jahr nicht lose im Bett. Bis dahin ist es ein Tuch zum Kuscheln, solange dein Baby wach ist. Nach dem ersten Geburtstag wird ein kleines Mulltuch oft zum Schnuffeltuch, das mit ins Bett darf, denn für ein gesundes Kleinkind sind weiche Dinge im Bett kaum ein Risiko.
Ist ein großes Mulltuch ein Pucktuch?
Ja, und zwar die Art, die du selbst faltest. Andere Pucktücher und Pucksäcke schließen mit Stoffflügeln oder einem Reißverschluss, und damit gelingt das Pucken nachts leichter. Welche es gibt, steht beim Pucktuch.
Großes Mulltuch oder Flanelldecke?
Eine Flanelldecke ist kleiner, etwa 75 cm breit, und meist aus Flanell, also weich angerauter Baumwolle. Dadurch ist sie ein bisschen wärmer. Zum Kuscheln und beim Stillen oder Füttern passen beide. Welche Decken es sonst noch gibt, steht bei der Babydecke.
Ist ein Mulltuch gut für den Sommer?
Ja, auch wenn es dein Baby nicht kühlt. Es ist einfach die dünnste Schicht, die es gibt. An heißen Tagen passt es über den Schoß oder über die Beine eines wachen Babys. Zum Schlafen in einer heißen Nacht nimmst du einen Sommerschlafsack oder lässt dein Baby nur im Body schlafen.
Muss ich Mulltücher vor dem ersten Benutzen waschen?
Ja, einmal, außer auf der Packung steht „vorgewaschen“. Mit jeder Wäsche werden sie weicher. Bügeln kannst du dir sparen.
Dürfen Mulltücher in den Trockner?
Ja, bei niedriger Temperatur. Große Hitze lässt Baumwolle einlaufen, und auf der Leine oder dem Wäscheständer ist Mull ohnehin schnell trocken.
Kann ich gebrauchte Mulltücher nehmen?
Ja. Wasch sie einmal, bevor du sie benutzt. Mull hält jahrelang und wird dabei nur weicher, deshalb ist eine Tüte Tücher vom Flohmarkt oder von Freunden so viel wert wie eine neue Packung.







