Ein Reflektor wirft das Licht von Autoscheinwerfern direkt zum Fahrer zurück. Auf einer dunklen Straße sieht er so einen hellen Punkt, lange bevor er dich selbst erkennt. Es gibt sie als Anhänger an einer Schnur, als Bänder wie das Schnapparmband, als Aufkleber und Reflektorband und als Warnweste.
Du brauchst sie immer, wenn du im Dunkeln zu Fuß unterwegs bist. Von Herbst bis Frühling ist das oft schon der Heimweg von der Kita, und an grauen, verregneten Nachmittagen wird es noch früher dunkel. Reflektoren gehören nach unten und an beide Seiten. Mit Kinderwagen fängst du deshalb mit vier an: einer an jedem Knie, einer an jeder Seite des Kinderwagens. Lass sie das ganze Jahr dran, am Kinderwagen und an den Jacken, die du am häufigsten trägst. Denn meistens geht man ohne Reflektor los, weil man ihn vergessen hat.
- Alter0–6Jahre
- Du brauchst4+
- SaisonGanzes Jahr
Bringen Reflektoren wirklich etwas?
Ja. Auf einer dunklen Straße mit Abblendlicht erkennt ein Autofahrer jemanden in dunkler Kleidung erst aus etwa 25 m Entfernung, Reflektoren dagegen schon aus etwa 140 m. Das ist der Unterschied zwischen einem Auto, das noch anhalten kann, und einem, das es nicht mehr schafft.
Ein Reflektor leuchtet allerdings nur dorthin zurück, woher das Licht kommt, und nur dort, wo Scheinwerfer ihn erreichen. Auf Wegen ohne Autos hilft deshalb zusätzlich ein kleines Licht, damit Radfahrer und andere Fußgänger dich sehen.
Was ein Autofahrer auf einer dunklen Straße sieht
Was ein Autofahrer auf einer dunklen Straße sieht



Nicht gut: Zu spät gesehen
25 m
In dunkler Kleidung verschmilzt du mit der Straße. Ein Auto, das aus 50 km/h voll bremst, braucht etwa 28 m bis zum Stehen. Sieht der Fahrer dich erst aus 25 m Entfernung, kann er nicht mehr rechtzeitig halten.

Mit Vorsicht: Etwas früher gesehen
40–50 m
Eine helle Jacke fällt etwas früher auf, aber immer noch spät. Helle Farben und Neonfarben helfen am Tag und in der Dämmerung, im Dunkeln nicht.

Gut: Rechtzeitig gesehen
140 m
Die Reflektoren leuchten auf, lange bevor der Rest von dir zu sehen ist. Einer pendelt an deinem Knie, die Bänder drehen sich mit den Rädern, und so erkennt der Fahrer: Da geht ein Mensch.

Arten von Reflektoren

Reflektor-Anhänger
Der Klassiker, den viele noch als Bärchen vom Schulranzen kennen: ein Reflektor an einer Schnur mit Clip. Tief an deiner Jacke befestigt, baumelt er auf Kniehöhe und pendelt bei jedem Schritt. Am Kinderwagen klippst du ihn ans Gestell, außer Reichweite deines Babys. Um den Hals trägt ein Baby ihn nie.

Schnapparmband
Ein steifes Band, auch Klackband genannt, das sich mit einem Klaps um Knöchel, Handgelenk oder das Gestell des Kinderwagens rollt. Am Knöchel bewegt es sich bei jedem Schritt mit, und weil keine Schnur dran ist, passt es gut zu einem Kind, das schon läuft.

Warnweste
Eine Weste mit breiten Reflexstreifen, die über die Jacke kommt und oft neongelb ist, damit sie auch tagsüber auffällt. Gut für ein Kind, das an dunklen Morgen und Nachmittagen neben dem Kinderwagen herläuft. Viele Kinder kennen sie schon von den Ausflügen mit der Kita.

Kinderwagenlicht
Ein kleines LED-Licht, das du ans Gestell schnallst. Es leuchtet von selbst, so sehen dich Radfahrer und Fußgänger auch auf Wegen, die kein Scheinwerfer erreicht.

Wo Reflektoren hingehören
Unten, an beiden Seiten und an allem, was sich bewegt. Scheinwerfer treffen bei Fußgängern zuerst die untere Körperhälfte, und an der Bewegung erkennt ein Autofahrer, dass da ein Mensch geht.
An deinen Knien
Je ein Reflektor-Anhänger links und rechts, tief an der Jacke befestigt, sodass er etwa einen halben Meter über dem Boden hängt.
An den Rädern
Reflexbänder oder Aufkleber auf den Rädern drehen sich beim Gehen mit und sind von der Seite gut zu sehen.
Unten am Gestell
Ein Reflektorband oder Reflexstreifen unten am Gestell, links und rechts, damit Autos aus beiden Richtungen den Kinderwagen sehen.
Ein Licht am Gestell
Ein kleines Licht, das nach vorn leuchtet, damit Radfahrer und andere Fußgänger euch kommen sehen.
So erkennst du gute Reflektoren

1. Ein echter Reflektor
Ein echter Reflektor für Fußgänger ist geprüft, und auf seiner Packung stehen das CE-Zeichen und die Norm EN 17353 (oder die ältere EN 13356, die ebenfalls in Ordnung ist). Reflektierender Aufdruck, reflektierendes Garn und die Paspeln an Taschen und Jacken haben keine solche Prüfung, und wie gut sie leuchten, ist sehr verschieden. Wie hell einer wirklich leuchtet, zeigt dir die Taschenlampenprobe weiter unten.
- Gut: CE-Zeichen auf der Packung
- Gut: EN 17353 oder EN 13356
- Nicht gut: Nur reflektierender Aufdruck oder Garn

2. Groß und ohne Lücken
Je mehr Fläche reflektiert, desto mehr Licht kommt zurück. Ein breites Band oder eine Weste schlägt einen dünnen Streifen oder einen winzigen Anhänger am Reißverschluss.
- Gut: Breite Bänder ohne Lücken
- Nicht gut: Dünner Streifen, winziger Anhänger

3. Er bleibt, wo er ist
An einer Kinderjacke halten ein aufgenähter Reflektor oder ein Band, das sich herumlegt, auch beim Toben, ein Anhänger löst sich dagegen leicht. Am Kinderwagen nimmst du einen Clip, der fest ums Gestell greift, und eine kurze Schnur.
- Gut: Aufgenäht oder umgelegt
- Gut: Kurze Schnur am Kinderwagen
- Nicht gut: Lange Schnur in Babys Reichweite

4. Ein Licht, das nicht blendet
Nimm ein Licht, das auch dauerhaft leuchten kann. Ein sehr helles oder schnell blinkendes Licht blendet Radfahrer und Autofahrer, die euch entgegenkommen.
- Gut: Hat ein Dauerlicht
- Nicht gut: Sehr hell, blinkt schnell
Leuchten sie noch?
Reflektoren nutzen sich ab. Kratzer machen die Oberfläche stumpf, und ein alter Reflektor leuchtet oft kaum noch. Mach deshalb jeden Herbst die Taschenlampenprobe: Häng die Reflektoren in einem dunklen Zimmer auf, stell dich 3 bis 5 m entfernt hin, gern auch weiter, und halt eine Taschenlampe an deine Nase, dorthin, wo beim Autofahren die Augen sind. Bleib wirklich auf Abstand, denn ein Handyblitz aus der Nähe lässt fast jeden Reflektor hell aussehen. Ein guter Reflektor strahlt hell auf. Einer, der matt bleibt, kommt weg.

Häufige Fragen
Wie kann ich mein Kind im Dunkeln sichtbar machen?
Mit Reflektoren weit unten und an allem, was sich bewegt: einem Schnapparmband an jedem Knöchel und aufgenähten Reflektoren an beiden Seiten der Jacke. An dunklen Morgen und Nachmittagen kommt eine Warnweste darüber, die vorne und hinten breite Streifen dazugibt.
Wo kommt bei einem Baby der Reflektor hin?
An den Kinderwagen und an dich, nicht an dein Baby. Klipp Reflektor-Anhänger so ans Gestell, dass kleine Hände nicht an die Schnur kommen, und häng einem Baby nie etwas an einer Schnur um den Hals. Trägst du dein Baby in der Babytrage, kommen die Reflektoren an dich, auf Kniehöhe.
Bringen Warnwesten etwas?
Ja. Ihre breiten Reflexstreifen und die kräftige Farbe fallen auch bei schlechtem Licht auf, vorne wie hinten. Mach die Weste zu, dann ist sie von allen Seiten zu sehen.
Kann ein Licht den Reflektor ersetzen?
Nein, nimm beides. Batterien werden leer und Lichter schwächer, ein Reflektor dagegen funktioniert überall, wo Scheinwerferlicht ihn trifft.
Welche Reflektoren sind Pflicht?
Das hängt vom Land ab. In Finnland sollen Fußgänger im Dunkeln laut Gesetz in der Regel einen tragen, und in Estland kann es für Fußgänger ohne Reflektor ein Bußgeld geben. In Deutschland gibt es für Fußgänger keine solche Pflicht, hier sind Reflektoren eine dringende Empfehlung, wie in vielen anderen Ländern auch. Im Urlaub lohnt sich deshalb ein Blick in die Verkehrsregeln vor Ort.
Reflektoren auch am Fahrradsitz oder Anhänger?
Ja, an Jacke und Helm deines Kindes und am Sitz selbst. Fahrradlicht und alles andere rund ums Radfahren mit Kind findest du unter Fahrradsitz und Anhänger.







