Kindersitz vorne oder hinten, Fahrradanhänger oder Lastenrad: So nimmst du dein Kind auf dem eigenen Fahrrad mit. Der Fahrradkindersitz ist ein kleiner Sitz mit Gurten. Er wird entweder vor dir zwischen Sattel und Lenker festgeklemmt oder hinter dir über dem Hinterrad. Der Anhänger ist ein überdachter Wagen auf zwei Rädern, den dein Rad hinter sich herzieht. Und im Lastenrad sitzen Kinder in einer Kiste vorne oder auf einem langen Sitz hinten.
Nötig ist nichts davon, solange dein Rad im Keller steht. Fährst du aber ohnehin Fahrrad, ändert sich das. Dann kommt ihr damit das ganze Jahr über zur Krippe oder Kita, zum Einkaufen und auf den Spielplatz. Die meisten Kinder fahren etwa ab dem ersten Geburtstag mit, sobald sie gut allein sitzen. Und immer mit Helm.
- Alter1–5Jahre
- Du brauchst1
- SaisonGanzes Jahr
Ab wann kann mein Baby im Fahrradsitz mitfahren?
Sobald es sich aus dem Krabbeln allein hinsetzt und den Kopf auch mit Helm sicher hält. Fahrradsitze sind für Kinder ab 9 kg gebaut, die ohne Hilfe sitzen, und so weit sind die meisten Babys zwischen 9 und 12 Monaten. Kippt dein Baby nach ein paar Minuten Sitzen noch um, warte lieber: Im Sitz sackt der kleine Körper zusammen, und der Helm zieht den Kopf nach vorn.
Hier gehen die Ratschläge auseinander. Kinderärzte raten, mit jeder Fahrt bis zum ersten Geburtstag zu warten, ob im Sitz oder im Anhänger. In den Niederlanden nehmen viele Eltern ihr Baby schon vorher mit. Wenn du das auch tust, dann nur im Lastenrad: angeschnallt in einer Babyschale, die auf einer eigens dafür gebauten Halterung fest in der Kiste sitzt, und erst, wenn dein Baby den Kopf sicher hält. In einer Babytrage oder einem Tragetuch kommt ein Baby nie mit aufs Rad.
Ob Sitz oder Anhänger: Fangt mit kurzen, langsamen Fahrten auf glatten, ruhigen Wegen an, denn beide geben jeden Stoß direkt an den kleinen Kopf weiter.
Sitz, Anhänger oder Lastenrad?
Ein Kind bis etwa 3 Jahre fährt vorne oder hinten im Sitz mit, von 3 bis etwa 5 Jahren hinten. Für zwei Kinder oder lange Touren bei jedem Wetter passt ein Anhänger. Fahrt ihr jeden Tag zwei oder drei Kinder, lohnt sich ein Lastenrad, sofern ihr Platz zum Abstellen habt.

Kindersitz vorne
Er wird zwischen Sattel und Lenker festgeklemmt. Dein Kind sitzt zwischen deinen Armen, sieht die Straße und hört dich. Er trägt Kinder bis 15 kg, das reicht bis etwa 3 Jahre.
- Gut: Dein Kind immer im Blick
- Gut: Unterwegs gut plaudern
- Nicht gut: Mit etwa 3 Jahren zu klein

Kindersitz hinten
Er sitzt hinter dir, festgeklemmt am Rahmen oder auf einem stabilen Gepäckträger, und trägt Kinder bis 22 kg, also bis etwa 5 Jahre. Es ist die häufigste Art und der Klassiker für den täglichen Weg zur Kita.
- Gut: Hält bis etwa 5 Jahre
- Gut: Hohe Lehne zum Schlafen
- Nicht gut: Abgestellt kippt das Rad leicht

Fahrradanhänger
Ein überdachter Wagen mit einem oder zwei Sitzen, der über eine Kupplung (das Verbindungsstück am Hinterrad) an deinem Rad hängt. Er fährt tief, hält Wind und Regen draußen, und viele lassen sich am Ziel zum Buggy umbauen. Ein hoher Wimpel hilft Autofahrern, ihn zu sehen.
- Gut: Zwei Sitze, geschützt vor Regen
- Gut: Platz zum Schlafen und für Taschen
- Nicht gut: Breit, lang und bergauf schwer

Lastenrad
Ein Rad, das zum Transportieren gebaut ist: vorne mit einer Kiste, darin eine Sitzbank mit Gurten (Long John), oder mit einem langen Heck mit Sitzen (Longtail). Viele haben einen Motor, und über der Kiste lässt sich ein Regenverdeck schließen.
- Gut: Platz für zwei oder drei
- Gut: Verdeck über der ganzen Kiste
- Nicht gut: Braucht viel Platz zum Parken

So sitzt der Fahrradhelm richtig
Kauf die Größe, die jetzt passt, keinen Helm zum Reinwachsen. Innen findest du ein Etikett mit dem CE-Zeichen und der Norm EN 1078. Diese vier Punkte prüfst du bei jedem Aufsetzen.
Tief auf der Stirn
Vorne sitzt er gerade, ein bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen. Schaut dein Kind nach oben, sieht es den Rand. Ist er nach hinten gerutscht, liegt die Stirn frei.
Ein V unter jedem Ohr
Die beiden Seitenriemen treffen sich knapp unter jedem Ohr und ein kleines Stück davor.
Straffer Kinnriemen
Unter den geschlossenen Riemen passen ein bis zwei Finger, mehr nicht. Lass dein Kind den Mund weit aufmachen: Dann sollte der Helm am Kopf nach unten ziehen.
Glatt am Hinterkopf
Hinten ist der Helm glatt und flach. So liegt er an der Rückenlehne des Sitzes an, ohne den Kopf nach vorn zu drücken.
Fahrtwind, Kälte und Regen
Du trittst in die Pedale und wirst warm, dein Kind sitzt still und kühlt schneller aus als du. Dazu kommt der Fahrtwind: Quer durch die Stadt fährst du etwa 16 km/h, und so sitzt dein Kind selbst an einem windstillen Tag in einer ständigen Brise.
Zieh dein Kind deshalb wärmer an als dich selbst, so wie an einem windigen Tag: eine winddichte äußere Schicht, Fäustlinge, die nicht abrutschen, Wollsocken und unter dem Helm eine dünne Mütze oder eine Schlupfmütze. Wie viel Fahrtwind wirklich bei deinem Kind ankommt, hängt davon ab, wo es sitzt.
Bei Regen braucht ein Sitz ein Regencape, also einen Poncho, der über Kind und Sitz fällt. Oder dein Kind trägt eine leichte Regenjacke und eine Matschhose. An sonnigen Tagen fass kurz an den Sitz, bevor dein Kind hineinkommt, denn ein dunkler Sitz wird in der Sonne heiß.
Wo der Fahrtwind dein Kind trifft
Wo der Fahrtwind dein Kind trifft



Der Wind trifft dein Kind zuerst
Vor dir bekommt dein Kind den ganzen Fahrtwind ab, zuerst ins Gesicht und auf die Hände. An manche Sitze vorne passt eine kleine Windschutzscheibe.

Dein Rücken hält etwas ab
Hinter dir bremst dein Körper einen Teil des Windes, aber Beine und Hände bleiben im Luftzug, und du siehst nicht, wann deinem Kind kalt wird. Wenn ihr anhaltet, fühl in seinem Nacken: Warm und trocken ist richtig.

Das Verdeck hält ihn draußen
Mit geschlossenem Regenverdeck hält ein Anhänger Wind und Regen ab. Darin ziehst du dein Kind ungefähr so an wie für den Spaziergang im Kinderwagen, an kalten Tagen mit einer Decke über den Beinen. Im Lastenrad mit Kiste und geschlossenem Verdeck ist es genauso.

So findest du den passenden Sitz

1. Er passt auf dein Rad
Nicht auf jedes Fahrrad passt ein Kindersitz. Ein Sitz hinten wird am Sitzrohr unter dem Sattel festgeklemmt oder kommt auf einen Gepäckträger, der für Kindersitze gebaut ist. Ein Sitz vorne braucht Platz zwischen Sattel und Lenker. Schau nach, was der Hersteller deines Rads erlaubt, und probier den Sitz im Laden an deinem eigenen Rad aus.
- Gut: Hersteller erlaubt Kindersitz
- Gut: Gepäckträger für 27 kg und mehr
- Nicht gut: Klemme schließt nicht ums Rohr

2. Füße weg von den Speichen
Fußstützen mit Riemen und ein fester Schutz zwischen Füßen und Rad halten kleine Füße aus den Speichen. Die dünne Plastikabdeckung, die manche Räder über dem Hinterrad haben (der Kleiderschutz), reicht dafür nicht.
- Gut: Ein Riemen über jedem Fuß
- Gut: Fußstützen lassen sich höherstellen
- Nicht gut: Offene Fußschalen, kein Schutz

3. Hohe Lehne fürs Nickerchen
Kinder schlafen auf dem Rad oft ein. Eine hohe Lehne mit Seitenwangen und ein Sitz, den du während der Fahrt nach hinten neigen kannst, halten einen schlafenden Kopf, damit er nicht wegkippt.
- Gut: Hohe Lehne mit Seitenwangen
- Gut: Lässt sich während der Fahrt neigen
- Nicht gut: Niedrige Lehne, Kopf ohne Halt
Anschnallen und losfahren
Mit einem Kind im Sitz ist dein Rad oben schwer, und viele Verletzungen passieren, wenn das abgestellte Rad umkippt. Ein Rad mit Kindersitz braucht deshalb einen Zweibeinständer, also einen Ständer mit je einem Bein links und rechts. Erledige alles andere vorher: Helm, Taschen, Schloss. Dann hältst du eine Hand am Lenker, während du dein Kind hineinsetzt und anschnallst. Und geh nie vom Rad weg, solange dein Kind darin sitzt.
Bevor ihr zum ersten Mal richtig losfahrt, dreh ein paar Proberunden in einer ruhigen Straße. Das zusätzliche Gewicht verändert, wie dein Rad lenkt und wie lang dein Bremsweg wird. Prüf vor jeder Fahrt, ob Gurt und Fußriemen eng sitzen. Hat dein Sattel offene Federn, deck sie ab, denn vom Sitz aus kommen kleine Finger daran. Und mit Anhänger fährst du etwas weiter weg von parkenden Autos, weil er breiter ist als du.

Häufige Fragen
Ab wann kann mein Baby im Fahrradanhänger mitfahren?
Auf dem Sitz des Anhängers selbst ab etwa 12 Monaten, sobald dein Kind gut sitzt. Für die Zeit davor gilt die Anleitung deines Anhängers. Viele Babyeinsätze, im Laden oft Babyschale oder Babysitz genannt, sind nur zum Schieben gedacht, wenn der Anhänger als Kinderwagen läuft. Manche Anhänger nehmen aber eine Baby-Hängematte auf, die schon ab den ersten Wochen auch für die Fahrt hinter dem Rad gemacht ist.
Was ist sicherer, Anhänger oder Fahrradsitz?
Kinderärzte halten eher den Anhänger für die bessere Wahl. Er liegt tief, und kippt er doch einmal um, fällt dein Kind nicht so tief. Ein Sitz hat dafür den Vorteil, dass dein Kind nah bei dir ist und du es im Blick hast.
Braucht mein Kind auch im Anhänger einen Helm?
Ja. Ein Anhänger kann an einer Bordsteinkante oder in einer engen Kurve umkippen, und dann schützt der Helm den Kopf. In Österreich müssen Kinder unter 12 Jahren auch im Anhänger einen Helm tragen.
Passt eine Mütze unter den Fahrradhelm?
Eine dünne, ja. Eine dünne Mütze aus Baumwolle oder Fleece oder eine dünne Schlupfmütze verändert kaum, wie der Helm sitzt. Eine dicke Strickmütze hebt ihn vom Kopf, und eine Bommelmütze passt gar nicht darunter. Für die Mütze im Winter drehst du das Rädchen hinten am Helm etwas auf und im Frühling wieder zu.
Darf ich mein Kind auf dem Fahrrad mitnehmen?
Ja, in einem richtigen Kindersitz oder Anhänger, aber jedes Land regelt das selbst. In Deutschland dürfen Kinder unter 7 Jahren nur in einem besonderen Sitz mitfahren, an dem ihre Füße nicht in die Speichen geraten können, und wer fährt, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Im Anhänger dürfen bis zu zwei Kinder unter 7 Jahren sitzen. In Österreich sind Kindersitze nur hinter dem Sattel erlaubt. In Frankreich müssen Kinder bis 12 Jahre einen Helm tragen, in Spanien bis 16.
Zwei Kinder auf einem Fahrrad, geht das?
Ein Sitz vorne und einer hinten am selben Rad sind mancherorts erlaubt. Das Rad lässt sich dann aber schwer lenken und kann über sein zulässiges Gesamtgewicht kommen, meist 100 bis 130 kg, dich eingerechnet. Für zwei Kinder sind Anhänger oder Lastenrad einfacher.
Mein Kind schläft im Fahrradsitz ein. Was nun?
Ein Sitz mit hoher Lehne und Seitenwangen, nach hinten geneigt, hält einen schlafenden Kopf. In einem Sitz ohne beides kippt der Kopf bei jedem Stoß hin und her, halt also für das Nickerchen lieber an, wenn es geht. Im Anhänger schlafen Kinder bequem.
Brauchen wir mit Kind Licht und Reflektoren?
Ja. Licht am Rad ist nach Einbruch der Dunkelheit in vielen Ländern Pflicht, und ein Kindersitz oder Anhänger ist eine Sache mehr, die ein Autofahrer übersehen kann. Kleb Reflektorsticker auf den Sitz, steck einen Wimpel an den Anhänger und mach Reflektoren an die Jacke deines Kindes.







