Kinderwagen, Trage und Auto

Kindersitz

Ein Sitz mit eigenen Gurten für dein Baby im Auto. Schon auf der ersten Fahrt nach Hause sitzt dein Baby darin entgegen der Fahrtrichtung.

Für jede AutofahrtBabyschale oder Reboarder
Auch bekannt als
  • Babyschale
  • Reboarder
  • Autokindersitz
Kindersitz

Von der ersten Heimfahrt aus der Klinik bis zu dem Tag, an dem der normale Dreipunktgurt im Auto allein richtig sitzt, fährt dein Kind in zwei oder drei verschiedenen Kindersitzen mit, meist bis zu einem Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Den Anfang macht fast immer eine Babyschale mit Tragebügel, die du samt Baby aus dem Auto hebst. Danach folgt ein größerer Sitz, der fest im Auto bleibt, und ab etwa 4 Jahren ein Folgesitz (eine Sitzerhöhung mit Rückenlehne).

Jeder Sitz hat eine feste Höchstgröße und ein Maximalgewicht auf seinem Prüfetikett, und dein Kind fährt darin mit, bis eine dieser beiden Grenzen erreicht ist. Bau den ersten Sitz schon vor der Geburt in Ruhe ein, denn sein erster Einsatz ist die Heimfahrt aus der Geburtsklinik.

Im deutschen Alltag meint „Babyschale“ den ersten Sitz mit Tragebügel, während die Sitze danach als Reboarder oder Kindersitz bezeichnet werden. Auf übersetzten Shop-Seiten oder in englischen Anleitungen steht für die Babyschale manchmal „Infant Carrier“ oder „Babytrage“. Mit einer Babytrage aus Stoff, die du am Körper trägst, hat das nichts zu tun.

  • Alter0–12Jahre
  • Du brauchst2–3Sitze
  • SaisonGanzes Jahr

Arten von Kindersitzen

  • Eine haferfarbene Babyschale mit dunkelgrauer Außenschale und hochgeklapptem Tragebügel, eingerastet auf ihrer BasisstationAb Geburt

    Babyschale

    Bis 10⁠–⁠16 kg

    Der kleine erste Sitz mit Tragebügel, der immer entgegen der Fahrtrichtung eingebaut wird. Seine Basisstation bleibt fest im Auto, und die Schale klickt ein und wieder heraus. Viele Modelle passen mit Adaptern auch auf das Gestell eines Kinderwagens, sodass dein Baby angeschnallt vom Auto aufs Gestell wechselt.

  • Ein Kleinkind-Kindersitz in haferfarbenem Stoff und dunkelgrauem Kunststoff mit hoher Kopfstütze und FünfpunktgurtAb Geburt

    Reboarder (Kleinkindsitz)

    Rückwärts bis 18⁠–⁠23 kg

    Ein größerer Sitz, der zum Herumtragen zu schwer ist und über Jahre fest im Auto eingebaut bleibt. Dein Kind fährt darin rückwärtsgerichtet, bei den meisten Modellen bis mindestens 2 Jahre oder länger, und viele Sitze lassen sich später in Fahrtrichtung drehen.

  • Ein großer, altersübergreifender Kindersitz in haferfarbenem Stoff und dunkelgrauem Kunststoff mit Fünfpunktgurt und seitlichen BecherhalternAb Geburt

    Mitwachsender Kombi-Sitz

    Rückwärts bis 18⁠–⁠23 kg

    Ein Sitz über mehrere Altersgruppen, der erst rückwärts, dann vorwärts mit Fünfpunktgurt und zum Schluss als Sitzerhöhung mit Rückenlehne genutzt wird. Ein einziger Sitz hält so über viele Jahre, ist aber groß und schwer und passt nicht jedem zarten Neugeborenen oder in jeden Kleinwagen.

  • Ein Folgesitz mit hoher Rückenlehne in haferfarbenem Stoff und dunkelgrauem Kunststoff, mit Gurtführungen an den Schultern und ohne eigenen FünfpunktgurtAb 4 Jahren

    Sitzerhöhung mit Rückenlehne (Folgesitz)

    Bis der Autogurt passt, 8⁠–⁠12 Jahre

    Für Kinder, die aus dem Fünfpunktgurt herausgewachsen sind. Dein Kind wird mit dem Dreipunktgurt des Autos angeschnallt, und der Sitz hebt es so weit an, dass der Gurt tief über das Becken und mittig über das Brustbein läuft.

Wann darf mein Kind vorwärts fahren?

Nicht im Babyalter. Jedes Baby fährt entgegen der Fahrtrichtung, und auch ein Kleinkind bleibt so lange rückwärtsgerichtet sitzen, bis es die Größen- oder Gewichtsgrenze des Sitzes für den Rückwärtseinbau erreicht. Bei den meisten Reboardern ist das erst mit 2 Jahren oder später soweit.

Rückwärtsgerichtet fängt die feste Sitzschale bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall Kopf, Nacken und Rücken gleichzeitig und auf einer Linie auf. Sitzt ein kleines Kind dagegen mit dem Gesicht nach vorn, halten die Gurte zwar die Schultern zurück, der verhältnismäßig schwere Kopf wird aber kräftig nach vorn geschleudert, wie unser Ratgeber Baby im Kindersitz anziehen in drei Zeichnungen zeigt.

In Europa müssen Sitze, die nach Körpergröße eingeteilt sind (nach der Norm UN R129 oder i-Size), mindestens bis 15 Monate rückwärts genutzt werden, und viele Reboarder reichen rückwärts bis etwa 4 Jahre.

Babyschale oder Reboarder ab Geburt?

Eine Babyschale passt zu euch, wenn du dein Baby oft im Sitz zwischen Wohnung und Auto trägst, in Taxis oder fremden Autos mitfährst oder die Schale kurz auf das Kinderwagengestell klicken möchtest. Ein Reboarder ab Geburt lohnt sich, wenn ihr fast nur mit dem eigenen Auto von Tür zu Tür fahrt oder dein Baby draußen sowieso ins Tragetuch oder in die Trage kommt.

Ein Elternteil an der offenen Autotür trägt eine Babyschale am Bügel, darin schläft ein angeschnalltes Neugeborenes

Erst die Babyschale

Du hebst die Schale samt angeschnalltem Baby aus dem Auto, sodass ein eingeschlafenes Baby bei einer kurzen Besorgung einfach weiterschlafen kann, und sie umschließt ein Neugeborenes besonders passgenau. Sobald sie zu klein wird, kaufst du den nächsten Sitz.

  • Gut: Baby bleibt zum Tragen im Sitz
  • Gut: Passt Neugeborenen besonders gut
  • Nicht gut: Wird mit wachsendem Baby schwer
  • Nicht gut: Zweiter Sitzkauf rund ums erste Jahr
Ein Elternteil an der offenen Autotür hält ein schlafendes Neugeborenes im Arm, daneben auf der Rückbank ein fest eingebauter, rückwärtsgerichteter Kindersitz

Reboarder ab Geburt

Ein einziger Sitz wird einmal eingebaut, fährt jahrelang rückwärts und bleibt immer im Auto. Dafür hebst du dein Baby bei jedem Halt an der Autotür hinein und wieder heraus, auch bei Regen und Kälte, und der Sitz braucht im Kleinwagen spürbar mehr Platz.

  • Gut: Ein Sitz für mehrere Jahre
  • Gut: Kein schweres Tragen am Bügel
  • Nicht gut: Baby wird bei jedem Stopp herausgehoben
  • Nicht gut: Nimmt im kleinen Auto viel Platz ein

Wann die Babyschale zu klein wird

Aus der Babyschale ist dein Baby herausgewachsen, sobald es das Höchstgewicht oder die maximale Körpergröße auf dem Prüfetikett erreicht, oder sobald zwischen Scheitel und oberem Schalenrand weniger als 2,5 cm Platz bleiben. Fast alle Babys erreichen zuerst die Grenze an der Kopfkante.

Wann ist dein Baby aus der Babyschale herausgewachsen?

  1. Gut: Viel Platz nach oben

    Ein Neugeborenes liegt tief in der Schale, der Sitzverkleinerer (das mitgelieferte Polsterkissen) stützt Rücken und Kopf, und bis zur Oberkante der Schale bleibt reichlich Platz.

  2. Gut: Passt weiterhin

    Beine, die über das untere Ende der Schale hinausragen oder sich an der Rückenlehne anwinkeln, sind völlig in Ordnung. Entscheidend sind der Abstand über dem Kopf und das Etikett, nicht die Füße.

  3. Nicht gut: Zeit für den nächsten Sitz

    2,5 cmoder weniger über dem Kopf

    Bleibt über dem Scheitel nur noch so wenig Schale übrig, ist die Babyschale zu klein, auch wenn dein Baby das Höchstgewicht noch nicht erreicht hat.

Der nächste Sitz ist ein Reboarder, in dem dein Kind weiterhin rückwärts fährt. Du kannst auch schon früher umsteigen, zum Beispiel wenn dir die Babyschale samt Baby zu schwer zum Tragen wird.

So findest du den passenden Kindersitz

  • Blick in eine leere Babyschale auf der Rückbank, mit weichem Sitzverkleinerer um Kopf und Rumpf und geöffneten Schultergurten

    1. Er passt deinem Baby schon jetzt

    Achte beim ersten Sitz auf ein niedriges Mindestgewicht auf dem Etikett und einen mitgelieferten Sitzverkleinerer, damit auch ein zartes Neugeborenes stabil liegt. Beim nächsten Sitz schaust du auf die Grenzen für den Rückwärtseinbau: Je höher sie liegen, desto länger fährt dein Kind rückwärts.

    • Gut: Laut Etikett ab 1,8 kg
    • Gut: Rückwärts bis 18 kg oder mehr
    • Nicht gut: Einbau nur in Fahrtrichtung
  • Eine flache Hand prüft den freien Abstand zwischen der Rückseite eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes und der Lehne des Beifahrersitzes

    2. Er passt in euer Auto

    Jede Rückbank ist anders geformt, und ein flach geneigter Sitz entgegen der Fahrtrichtung nimmt dem Vordersitz Platz weg. Bau den Sitz vor der Geburt zur Probe im eigenen Auto ein oder kauf ihn dort, wo du ihn problemlos umtauschen kannst.

    • Gut: Vordersitz bietet noch Platz für Erwachsene
    • Gut: Steht in eurem Auto absolut fest
    • Nicht gut: Wackelt auch nach dem Festziehen
  • Eine Hand zieht die Kopfstütze eines Kindersitzes auf der Rückbank nach oben, während die Schultergurte automatisch mitwandern

    3. Er lässt sich leicht fehlerfrei bedienen

    Wenn Fachleute Kindersitze im Alltag prüfen, zeigt sich bei rund 6 von 10 Sitzen mindestens ein Fehler beim Einbau oder beim Anschnallen. Wichtiger als Becherhalter oder besonders weiche Stoffe sind deshalb Bauteile, die dir das richtige Einstellen leicht machen: eine Neigungsanzeige, eine feste Gurtklemme und eine Kopfstütze, die die Schultergurte beim Verstellen gleich mitnimmt.

    • Gut: Neigungsanzeige an der Seite
    • Gut: Kopfstütze nimmt die Gurte direkt mit
    • Nicht gut: Gurte müssen von Hand umgefädelt werden
Eine haferfarbene Babyschale auf ihrer dunkelgrauen Basisstation, schräg von vorn gesehen, mit Fünfpunktgurt, Brustclip, Gurtstraffer, Tragebügel und einer Neigungsanzeige an der Seite der Basis

Aufbau einer Babyschale

Die meisten Babyschalen sind so aufgebaut wie diese hier, und das Gurtsystem funktioniert auch bei den größeren Kleinkindsitzen nach demselben Prinzip.

  1. Fünfpunktgurt

    Zwei Gurte über den Schultern, zwei über den Hüften und einer zwischen den Beinen treffen sich im zentralen Gurtschloss.

  2. Brustclip

    Hält bei nordamerikanischen Sitzen die Schultergurte auf dem Brustbein zusammen. Europäische Sitze nach i-Size und ECE R44 haben keinen Brustclip, weil sich dort das gesamte Gurtsystem im Notfall mit einem einzigen Tastendruck öffnen lassen muss.

  3. Zentraler Gurtstraffer

    Das Zugband vorn am Sitz: Zieh daran, um die Schultergurte gleichmäßig zu straffen, und drück die Taste daneben, um sie wieder zu lockern.

  4. Basisstation (Isofix-Basis)

    Bleibt fest im Auto verankert, sodass du die Babyschale mit einem Griff ein- und ausklicken kannst.

  5. Neigungsanzeige

    Eine kleine Luftblase oder Farbskala, die dir zeigt, ob die Schale im richtigen Winkel steht.

Einbau im Auto

Lies vor dem Einbau zuerst die Anleitung des Kindersitzes und das Handbuch eures Autos. Das Bordbuch zeigt dir, auf welchen Sitzplätzen ein Kindersitz erlaubt ist und wo die Verankerungspunkte sitzen.

Stell den Sitz oder die Basisstation in der richtigen Fahrtrichtung auf die Rückbank. Befestigt wird er dann auf eine von zwei Arten, aber niemals mit beiden gleichzeitig, es sei denn, beide Handbücher erlauben das ausdrücklich: entweder mit dem Dreipunktgurt des Autos durch die farbig markierten Gurtführungen am Sitz, oder über die beiden Metallbügel in der Ritze zwischen Rückenlehne und Sitzfläche, auf die die Rastarme klicken (Isofix in Europa, LATCH in den USA). Beide Befestigungsarten halten den Sitz gleich sicher.

Zieh den Fahrzeuggurt oder die Verankerung straff und arretiere den Gurt. Viele Sitze haben dafür eine eigene Feststellklemme, die das Gurtband festhält. Die meisten Isofix-Basen und europäischen Reboarder stützen sich zusätzlich mit einem ausziehbaren Stützfuß auf dem Fahrzeugboden ab, der beim Bremsen die Kräfte nach unten ableitet.

Ein vorwärtsgerichteter Sitz mit oberem Haltegurt (Top Tether) wird zusätzlich immer oben gesichert: Der Gurt führt über die Rückenlehne zu einem Ankerhaken hinter der Rückbank und verhindert, dass der Sitz beim Aufprall nach vorn kippt.

Geh anschließend die ersten beiden Punkte der Checkliste unten durch. Im Kindersitz-Fachhandel, beim ADAC oder bei geschulten Beratern kannst du den fertigen Einbau gemeinsam am eigenen Auto prüfen lassen.

Der Rastarm einer Babyschalen-Basisstation klickt auf den Metallbügel der Isofix-Verankerung in der Falte der Rückbank, das Kontrollfenster zeigt Grün

Dein Baby richtig anschnallen

Setz dein Baby in dünner Kleidung so in den Sitz, dass der Po ganz hinten in der Mulde anliegt, führ die Gurte über die Schultern und rast sie im Gurtschloss zwischen den Beinen ein. Zieh vorn am Gurtstraffer, bis die Gurte eng am Körper anliegen, und schieb bei einem Sitz mit Brustclip die Spange auf Achselhöhe.

Hinter oder unter dein Baby gehört nichts, was nicht ab Werk zum Sitz gehört oder vom selben Hersteller ausdrücklich für dieses Modell freigegeben wurde. Lose Kopfkissen, Gurtpolster, Lammfelle oder universelle Einschlagdecken fremder Marken wurden mit deinem Sitz nie im Crashtest geprüft.

Wächst dein Baby, stellst du die Schultergurte rechtzeitig höher: Solange der Sitz rückwärts fährt, kommen sie auf Schulterhöhe oder knapp darunter aus der Lehne, beim vorwärtsgerichteten Sitz auf Schulterhöhe oder knapp darüber.

Fünf Handgriffe vor jeder Fahrt

Die ersten beiden prüfst du beim Einbau des Sitzes. Die letzten drei gehst du bei jedem Anschnallen kurz durch, denn die Kleidung wechselt und dein Baby wächst.

  1. Rütteltest an der Gurtführung

    Fass den Sitz oder die Basis dort an, wo der Autogurt oder die Isofix-Bügel halten, und zieh kräftig seitlich und nach vorn.

    Zeichnung einer Hand, die an der Gurtführung einer Babyschalen-Basis auf der Rückbank rüttelt
    • Bewegt sich unter 2,5 cm
    • Rutscht oder kippt weiter
  2. Neigungsanzeige ablesen

    Schau auf die Libelle oder Markierung an der Seite von Schale oder Basisstation. Im richtigen Winkel kippt der Kopf eines jungen Babys nicht nach vorn auf die Brust.

    Zeichnung der Seitenansicht einer Babyschalen-Basis mit runder Neigungsanzeige, deren Luftblase im markierten Bereich steht
    • Im markierten Bereich
    • Außerhalb der Markierung
  3. Gurtverlauf an der Schulter

    Prüfe, auf welcher Höhe die Schultergurte hinter deinem Baby aus der Rückenlehne kommen.

    Zeichnung eines angeschnallten Babys von vorn: Die Gurte kommen auf Schulterhöhe aus den Schlitzen der Lehne, goldene Markierungen zeigen die Austrittshöhe
    • Auf oder knapp unter den Schultern
    • Oberhalb der Schultern
  4. Faltenprobe am Schlüsselbein

    Zieh den Gurt straff und versuch dann am Schlüsselbein mit zwei Fingern längs eine Falte in das Gurtband zu kneifen.

    Zeichnung zweier Finger, die am Schlüsselbein eines angeschnallten Babys versuchen, eine Falte ins flach anliegende Gurtband zu kneifen
    • Finger rutschen flach ab
    • Eine Falte lässt sich greifen
  5. Gurtpolster und Brustclip

    Bei Sitzen mit Brustclip schiebst du ihn bis auf Achselhöhe hoch; bei europäischen Sitzen ohne Clip liegen die Schulterpolster flach auf der Brust.

    Zeichnung eines angeschnallten Babys mit Brustclip auf Achselhöhe, daneben goldene Markierungen
    • Auf Achselhöhe über dem Brustbein
    • Tief unten auf dem Bauch

Wie lange ein Kindersitz hält

Kindersitze haben ein Ablaufdatum. Bei den meisten Modellen endet die Nutzungsdauer 6 bis 10 Jahre nach der Herstellung, weil jahrelange Hitze und Kälte im Auto den Kunststoff ermüden lassen und sich die Prüfnormen weiterentwickeln. Du findest das Datum auf einem Aufkleber oder als eingeprägte Datums-Uhr an der Unterseite der Schale. Babyschale und Basisstation haben jeweils ein eigenes Datum, und im Handbuch steht, wie viele Jahre der Hersteller für dein Modell angibt.

Ein gebrauchter Sitz ist nur dann sicher, wenn du seine Geschichte lückenlos kennst: garantiert unfallfrei, vollständig mit allen Teilen, Aufklebern und der Anleitung, innerhalb der Nutzungsdauer und ohne offenen Rückruf. Übernimm einen Sitz deshalb nur von Menschen, denen du voll vertraust, nicht aus unbekannter Hand.

Nach einem mittelschweren oder schweren Unfall muss der Kindersitz samt Basisstation immer ausgetauscht werden, auch wenn von außen kein Kratzer zu sehen ist. Nach einem leichten Blechschaden darf er nur im Einsatz bleiben, wenn alle fünf Punkte zutreffen: Das Auto konnte vom Unfallort weggefahren werden, die Fahrzeugtür direkt neben dem Kindersitz blieb unbeschädigt, niemand im Auto wurde verletzt, kein Airbag hat ausgelöst, und der Sitz zeigt keinerlei sichtbare Schäden. Manche Hersteller schreiben den Austausch schon nach jedem kleinsten Anstoß vor, ein Blick in die Anleitung lohnt sich also.

Registriere den Sitz nach dem Kauf mit der beiliegenden Karte oder online beim Hersteller, damit du bei einem Rückruf direkt informiert wirst.

Häufige Fragen

Wie lange darf mein Baby am Stück in der Babyschale bleiben?

So lange, wie ihr fahrt, mit regelmäßigen Pausen. Die oft genannte 2-Stunden-Regel ist keine starre Grenze auf die Minute, auf längeren Strecken tut es deinem Baby aber gut, alle 2 bis 3 Stunden anzuhalten und es zum Strecken, Trinken und Wickeln aus der Schale zu nehmen. Mit einem ganz jungen oder zu früh geborenen Baby vermeidest du lange Autofahrten am besten, wo es geht.

Darf mein Baby in der Babyschale weiterschlafen, wenn wir zu Hause sind?

Nein. Während der Fahrt im Auto ist das Schlafen in der Schale völlig in Ordnung, am Ziel angekommen legst du dein Baby aber auf den Rücken auf eine feste, flache Matratze, selbst wenn es dabei kurz aufwacht. In der halb aufrechten Schale außerhalb des Autos kann ein kleines Baby auf Dauer schwerer Luft bekommen.

Kann ich die Babyschale für Spaziergänge auf den Kinderwagen klicken?

Für den kurzen Weg vom Auto zum Einkaufen oder in die Arztpraxis ja. Für einen längeren Spaziergang liegt ein junges Baby besser flach auf dem Rücken in der Babywanne oder auf einer ganz flachen Sitzfläche im Kinderwagen, aus demselben Grund wie beim Schlafen zu Hause.

Brauche ich für die Babyschale zwingend eine Isofix-Basis?

Nicht zwingend. Die meisten Babyschalen lassen sich allein mit dem Dreipunktgurt des Autos über ihre Gurtführungen sicher einbauen, was in Taxis, Mietwagen oder im Auto der Großeltern sehr praktisch ist. Einige wenige Modelle setzen eine Basis voraus, schau also vorher in die Anleitung. Im Alltag macht die Basis das Ein- und Ausklicken deutlich schneller, und eine zweite Basis spart das Umbauen im Zweitwagen.

Brauchen wir überhaupt einen Kindersitz, wenn wir kein eigenes Auto haben?

Ja, sobald dein Baby irgendwann in einem Auto mitfährt: auf der Heimfahrt aus der Klinik, im Taxi, beim Carsharing oder bei Freunden. Am einfachsten ist eine Babyschale, die sich ohne Basisstation direkt mit dem Autogurt anschnallen lässt.

Welcher Platz im Auto ist für den Kindersitz am sichersten?

Auf der Rückbank, weg von den Front-Airbags. Der mittlere Sitzplatz hinten ist am weitesten von einem Seitenaufprall entfernt, sofern sich der Sitz dort fest und wackelfrei einbauen lässt; sonst sind die beiden äußeren Plätze hinten genauso gut geeignet. In Europa darf eine rückwärtsgerichtete Babyschale nur dann auf den Beifahrersitz, wenn der Beifahrer-Airbag vorher komplett abgeschaltet wurde.

Wann nehme ich den Sitzverkleinerer für Neugeborene heraus?

Sobald dein Baby das Gewicht oder die Körpergröße erreicht hat, die in der Anleitung oder direkt auf dem Etikett des Einsatzes steht. Kam dein Baby zu früh auf die Welt, prüft die Klinik vor der Entlassung oft im Sitz, ob die Atmung in der leicht geneigten Haltung stabil bleibt.

Können wir den Kindersitz mit ins Flugzeug nehmen?

Viele Babyschalen und Kindersitze mit eigenem Fünfpunktgurt sind fürs Flugzeug freigegeben: Achte auf das Prüfsiegel am Sitz (in Europa das TÜV-Siegel für die Flugzeugnutzung oder in den USA der FAA-Vermerk). Du buchst für dein Baby einen eigenen Sitzplatz und baust die rückwärtsgerichtete Schale am Fensterplatz ein, damit niemandem der Fluchtweg versperrt wird. Reine Sitzerhöhungen ohne eigenen Gurt sind im Flugzeug nicht erlaubt, weil dort der Schultergurt fehlt, und vor dem Abflug lohnt sich ein Blick in die Vorgaben deiner Fluggesellschaft.

Lohnt sich ein drehbarer Kindersitz?

Er lässt sich beim Einsteigen zur offenen Autotür drehen, was beim Hineinsetzen und Anschnallen deinen Rücken schont, und er erfüllt dieselben Sicherheitsnormen wie jeder andere Sitz. Dafür kostet er mehr, wiegt mehr und braucht etwas mehr Platz. Dreh den Sitz vor dem Losfahren immer in die rückwärts- oder vorwärtsgerichtete Fahrposition zurück und prüfe, ob er hörbar eingerastet ist.

Ist ein teurer Kindersitz sicherer?

Nein. Jeder Sitz, der regulär verkauft werden darf, besteht dieselbe gesetzliche Sicherheitsprüfung, und ein höherer Preis zahlt vor allem für einfacheren Einbau, weichere Bezüge oder geringeres Gewicht. Der sicherste Sitz ist immer der, der gut zu deinem Kind und in euer Auto passt und bei jeder Fahrt richtig eingebaut und angeschnallt wird.

Was zieht mein Baby im Kindersitz an?

Unter die Gurte gehören dünne, körpernahe Schichten, und die Wärme kommt oben drüber: eine leichte Decke fürs Auto oder eine warme Decke fürs Auto über den geschlossenen Gurt. Eine dick wattierte Winterjacke gibt beim Aufprall nach und lässt unter dem Gurt gefährlich viel Spiel. Unser Ratgeber Baby im Kindersitz anziehen zeigt dir das passende Outfit für jede Temperatur.

Wie halte ich meinem Baby im Auto die Sonne vom Gesicht?

Mit einem Sonnenschutz fürs Auto an der Seitenscheibe neben deinem Baby. Fass an heißen Tagen vor dem Hineinsetzen kurz ans Gurtschloss, denn Metallteile heizen sich in der prallen Sonne so stark auf, dass sich dein Baby daran verbrennen kann.