Darum geht es
An der Haustür verlässt du dich leicht auf dein Gefühl. Ist die Luft kühl oder der Himmel bedeckt, wirkt die Sonne harmlos. Genau so bekommen Babys schon im April einen Sonnenbrand.
Der UV-Index misst ultraviolette Strahlung, und die hat mit Wärme nichts zu tun. An einem frischen Frühlingsmorgen bei 14°C kann der UV-Wert hoch sein, in einem brütend heißen Park um 19:00 dagegen fast bei null.
UV 0–2
NiedrigMeist ist kein zusätzlicher Sonnenschutz nötig. Junge Babys trotzdem aus der direkten Sonne halten.
Unter 6 Monaten
Schatten zuerstSchatten, leichte, bedeckende Kleidung und ein Sonnenhut. Direkte Sonne meiden.
Ab 6 Monaten
LSF 50+Schatten, Sonnenhut und mineralische Sonnencreme auf der freien Haut.
Was sich ändert, wenn der Wert steigt
UV 0–2
NiedrigEntspannte Zeit draußen. Babys unter 6 Monaten trotzdem mit Verdeck oder Sonnenschirm aus der direkten Sonne halten.
UV 3–5
MittelAb hier gilt Sonnenschutz: Schatten im Kinderwagen, ein Hut mit Krempe und leichter Stoff über Armen und Beinen.
UV 6–7
HochHelle Haut verbrennt schnell. Auf der Schattenseite des Weges bleiben, das Verdeck ausgezogen lassen und nicht in der prallen Sonne sitzen.
UV 8–10
Sehr hochSonnenschutz ist jetzt Pflicht. Vollen Schatten suchen und Spaziergänge in diesen Stunden kurz halten.
Ab UV 11
ExtremHochsommersonne in voller Stärke. Spaziergänge auf den frühen Morgen oder den Abend legen und drinnen bleiben, solange der Wert so hoch ist.
Höchstwert und Stundenwerte: wie stark und wann
Die meisten Wetter-Apps zeigen groß eine einzige Zahl: UV 8. Das klingt bedrohlich, doch dieser Höchstwert dauert meist nur ein, zwei Stunden um die Mittagszeit. Deshalb musst du dich nicht den ganzen Tag drinnen verstecken.
Für deinen Tag zählt der Verlauf über die Stunden. Such in der Vorhersage die erste Stunde mit UV 3 und dann die Stunde, in der der Wert wieder darunter fällt. Dazwischen liegen die Stunden mit hohem UV-Index. Erreicht UV um 10:30 die 3 und fällt um 16:30 auf 2, zählen in diesen sechs Stunden Schatten und Kleidung.
Die alte Regel „zwischen 11:00 und 15:00 drinnen bleiben“ ist zu grob. Im Hochsommer kann der UV-Wert schon ab 09:30 bis in den späten Nachmittag bei 3 oder mehr liegen, im Herbst vielleicht nur zwei Stunden lang. Schau vor dem Losgehen auf den Verlauf, vor allem, wenn der Morgenspaziergang länger werden könnte.
Der UV-Index sagt keine Hitze voraus
Die Temperatur entscheidet, wie warm die Kleidung sein muss, der UV-Index, wie viel Haut bedeckt sein muss. Deshalb passen an einem frischen Frühlingsmorgen eine Strickjacke und ein Sonnenhut mit breiter Krempe gut zusammen. Die Strickjacke hält die Kühle ab, der Hut schützt das Gesicht vor unsichtbarer Strahlung.
An jedem Sommerabend ist es umgekehrt. Um 18:30 hat die Luft vielleicht noch 28°C, der Asphalt ist heiß unter den Schuhen, aber der UV-Index ist schon auf 1 gefallen. Dein Baby kann in einem einzigen leichten Spielanzug bleiben, und solange der Kinderwagen im Schatten steht, darf der Sonnenhut ab.
Die Schattenregel für unterwegs
JaLanger Schatten
Ist dein Schatten länger als du selbst, steht die Sonne tief. Der UV-Wert ist meist niedrig. Prüfe an warmen Tagen trotzdem die stündliche Vorhersage.
NeinKurzer Schatten
Ist dein Schatten kürzer als du selbst, steht die Sonne hoch. Der UV-Wert liegt meist bei 3 oder darüber. Geh in den Schatten und halt die Haut deines Babys bedeckt.
Die Schattenregel ist ein verlässlicher Check, wenn das Handy nicht griffbereit ist. Ist dein Schatten kürzer als du selbst, steht die Sonne hoch, und die UV-Strahlung reicht für einen Sonnenbrand. Das ist dein Zeichen, das Verdeck nach vorn zu ziehen, aber kein Grund, die Vorhersage zu ignorieren.
Wolken und Reflexion können täuschen
Ein grauer Himmel täuscht. Wolken schlucken sichtbares Licht und nehmen dem Tag das Grelle, UV-Strahlung aber geht durch dünnen Dunst glatt hindurch. Wer Wolken für Schutz hält, erlebt an einem milden, bedeckten Nachmittag schnell eine böse Überraschung.
Der zweite versteckte Faktor ist der Boden. Äste und Verdeck halten das direkte Licht von oben ab, doch Beton, Sand, Wasser und frischer Schnee werfen es zurück. Diese UV-Strahlung erreicht dein Baby von unten. Deshalb sind lockere lange Ärmel und eine leichte Hose auch unter einem Baum im Park sinnvoll.
Wenn du Verdeck oder Sonnenschirm der wandernden Sonne nachführst, bleibt die Vorderseite des Kinderwagens immer offen und frei. Häng nie eine Decke, ein Handtuch oder ein Mulltuch über die Öffnung, um das Licht abzuhalten. Unter einer Abdeckung entsteht in wenigen Minuten ein gefährlicher Hitzestau.

Ab 6 Monaten ändert sich die Empfehlung für Sonnencreme
Sonnencreme kann die Haut junger Babys reizen. Außerdem überhitzen Babys leichter, weil ihre körpereigene Kühlung noch nicht fertig entwickelt ist. Halt dein Baby unter 6 Monaten aus der direkten Sonne. Setz auf Schatten am Kinderwagen und leichte, atmungsaktive Kleidung, die Arme und Beine bedeckt.
Ab 6 Monaten kommt Sonnencreme als Ergänzung dazu, nicht als Ersatz für Schatten. Nimm eine mineralische Sonnencreme mit Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung für die kleinen Stellen, die die Kleidung frei lässt: Handrücken, Wangen, Ohren und Fußrücken. Die Hauptarbeit leisten weiter Schatten und Stoff.
So hilft der UV-Wert unterwegs

Vor dem Losgehen
Prüfe den UV-Verlauf über den Tag. Erreicht eine Stunde, in der ihr draußen seid, UV 3, kommt der Hut mit Krempe mit, und der Sonnenschutz am Kinderwagen sollte startklar sein.

Unterwegs
Achte auf Licht, das vom Boden zurückgeworfen wird, und auf die Sonne nach jeder Kurve. Stell das Verdeck gegen die Sonne und lass die Öffnung frei, damit Luft hineinkommt.

Im Auto
Durch Seitenscheiben kann UV-Strahlung kommen. Bring am hinteren Seitenfenster einen passenden Sonnenschutz an. Achte dabei auf die UV-Schutzangaben des Herstellers. Nimm deinem Baby den Hut mit Krempe ab, damit der Kopf bequem in der Babyschale liegt.
Häufige Fragen
Kann ich bei UV 2 ganz auf Schatten verzichten?
Babys unter 6 Monaten sollten direkte Sonne auch bei niedrigem UV-Wert immer meiden. Und Schatten kann mehr als Sonnenschutz: Er hält den Kinderwagen kühler, und dein Baby wird nicht geblendet.
Kann ein Baby durch ein Autofenster Sonnenbrand bekommen?
Das hängt vom Glas ab. Autoglas hält einen großen Teil der UVB-Strahlung ab, durch manche Seitenscheiben kommt aber UVA-Strahlung. Verlass dich deshalb nicht allein auf die Scheibe. Achte beim Sonnenschutz fürs Fenster auf die UV-Schutzangaben des Herstellers, denn ein beliebiges Netz schützt nicht automatisch ausreichend.
Wenn es doch zum Sonnenbrand kommt
Bring dein Baby aus der Sonne und leg kühle, feuchte Umschläge auf die Haut. Ruf in der Kinderarztpraxis an und lass dich beraten. Bei Blasen, Fieber, Schüttelfrost oder wenn dein Baby auffällig teilnahmslos wirkt, ist dringend ärztliche Hilfe nötig.










