Haut- und Sonnenschutz

Sonnenbrille

Eine Sonnenbrille für ein kleines Gesicht. Ihre Gläser halten die UV-Strahlung ab, bei grellem Sonnenlicht, im Schnee und am Wasser.

Sonnenschutz für die AugenMit UV-Schutz
Auch bekannt als
  • Baby-Sonnenbrille
  • Kindersonnenbrille
Sonnenbrille

Kinderaugen brauchen mehr Schutz vor der Sonne als die Augen von Erwachsenen. Ihre Linse ist noch so klar, dass mehr UV-Strahlung hindurchgeht, also mehr von dem unsichtbaren Teil des Sonnenlichts, der die Haut verbrennt und über viele Jahre auch den Augen schadet. Eine Kindersonnenbrille hält diese Strahlung mit ihren Gläsern ab. Für Babys sitzen die gebogenen Gläser an einem weichen Band, für Kleinkinder an einem biegsamen Gestell mit Bügeln.

Für jeden Spaziergang braucht dein Kind trotzdem keine. Meistens schützen Schatten und ein Sonnenhut mit breiter Krempe die Augen gut genug. Sinnvoll wird die Brille, wenn der UV-Index bei 3 oder höher liegt und ihr stundenlang draußen seid: am Strand, am See oder im Freibad, im Schnee oder im Urlaub im Süden. Babys unter 6 Monaten bleiben ohnehin aus der direkten Sonne. Bei ihnen übernehmen das Verdeck des Kinderwagens und ein Sonnenhut den Schutz.

  • Alter0–3Jahre
  • Du brauchst1Paar pro Größe
  • AbUV 3

Braucht mein Baby eine Sonnenbrille?

Am Strand und im Schnee ja, und das liegt am Licht von unten. Die Krempe eines Sonnenhuts hält ab, was von oben auf die Augen fällt. Gegen Licht von der Seite und gegen das, was vom Boden zurückstrahlt, hilft sie nicht. Sand, Wasser und Asphalt werfen einen Teil der UV-Strahlung zurück, frischer Schnee sogar bis zu 80 Prozent. Genau dieses Licht fängt eine Sonnenbrille ab.

Zu viel UV-Strahlung an einem einzigen Tag verbrennt die Oberfläche des Auges, ähnlich wie ein Sonnenbrand die Haut. Das tut weh, bis es verheilt ist, meist nach ein paar Tagen. Dein Baby kann dir das nicht sagen. Achte nach einem hellen Tag darauf, ob es auffällig viel blinzelt und ohne erkennbaren Grund quengelt. Ein abgedunkeltes Zimmer und ein kühler, feuchter Waschlappen auf den geschlossenen Augen lindern die Schmerzen. Auf lange Sicht erhöht UV-Strahlung außerdem das Risiko für den Grauen Star, eine Trübung der Augenlinse.

Was am Strand an den Augen ankommt

Was am Strand an den Augen ankommt

  1. Mit Vorsicht: Die Krempe schützt nur von oben

    Das Licht vom Himmel hält die Krempe ab. Was von Sand und Wasser zurückstrahlt, kommt unter dem Hut hindurch und trifft direkt die Augen.

  2. Gut: Die Augen sind geschützt

    Bis zu 98 %weniger UV-Strahlung an den Augen

    Die gebogenen Gläser fangen ab, was an der Krempe vorbeikommt, von unten und von der Seite.

  3. Nicht gut: Dunkle Gläser ohne UV-Angabe

    Eine dunkle Tönung sagt nichts über den UV-Schutz. Fehlt die UV-Angabe, lassen die Gläser die Strahlung womöglich ungehindert bis zu den Augen durch.

Band oder Bügel?

Ein Band passt zu einem Baby, das noch viel liegt und im Kinderwagen schläft. Bügel passen zu einem Kind, das ständig in Bewegung ist. Spielzeugbrillen sehen ganz ähnlich aus, schützen aber nicht.

  • Babysonnenbrille mit hellgrauen, gebogenen Gläsern an einem dehnbaren, hellbeigen Stoffband statt Bügeln

    Sonnenbrille mit Band

    Statt Bügeln führt ein dehnbares Stoffband um den Hinterkopf. So bleibt die Brille sitzen, wenn sich dein Baby im Kinderwagen zurücklehnt oder in der Trage den Kopf dreht, und hinter den Ohren drückt nichts. Diese Brillen sind für Babys gemacht.

  • Kleinkindsonnenbrille mit weichem, gummiartigem Gestell in Senfgelb, biegsamen Bügeln und grauen Gläsern

    Brille mit biegsamen Bügeln

    Das gummiartige Gestell lässt sich biegen und verdrehen, ohne zu brechen. Die kleinsten Größen passen ab etwa 6 Monaten. Viele haben ein Halteband, das an die Bügel geklippt wird, und das hilft, sobald dein Kind rennt, klettert und hinfällt.

  • Spielzeugsonnenbrille mit dünnem, glänzend rosafarbenem Plastikgestell und dunklen, herzförmigen Gläsern

    Spielzeugbrille

    Brillen, die als Spielzeug oder fürs Faschingskostüm verkauft werden, erfüllen die Sicherheitsnorm für Sonnenbrillen nicht, auch wenn ihre Gläser dunkel sind. Auf ihren UV-Schutz kannst du dich deshalb nicht verlassen.

Kleinkindsonnenbrille mit senfgelbem Gestell von hinten, innen auf einem Bügel stehen UV400, CAT.3 und das CE-Zeichen
  • Europa
  • Großbritannien

Was auf dem Bügel steht

Ob ein Glas UV-Strahlung abhält, siehst du nicht, wenn du hindurchschaust, und auch ein dunkles Glas kann alles durchlassen. Was eine Brille abhält, steht auf ihr: auf einem Aufkleber, auf dem Etikett oder innen am Bügel. Wird sie in Europa oder Großbritannien verkauft, stehen innen am Bügel diese drei Angaben.

  1. UV400

    Die Gläser halten die gesamte UV-Strahlung der Sonne ab. „100 % UV-Schutz“ oder „100 % UVA und UVB“ auf einem Aufkleber oder Etikett heißt dasselbe. Steht nichts davon auf der Brille, hält sie womöglich gar nichts ab, so dunkel sie auch ist.

  2. CAT.3

    Die Filterkategorie von 0 bis 4 sagt, wie viel Sonnenlicht die Gläser zurückhalten. 3 ist für helle Sommersonne gedacht, 4, die dunkelste, für Schnee und Berge. Über den UV-Schutz sagt diese Zahl nichts, dafür steht UV400.

  3. CE

    Die Brille erfüllt die europäischen Sicherheitsvorschriften für Sonnenbrillen. Eine Brille für den britischen Markt kann stattdessen das UKCA-Zeichen tragen.

Worauf du beim Kauf achtest

  • 1. Große, gebogene Gläser

    An kleinen, flachen Gläsern kommt die Sonne von oben, von unten und von der Seite vorbei. Such eine Brille, die die Augen von den Augenbrauen bis zur Mitte der Wangen bedeckt und sich seitlich Richtung Ohren ums Gesicht legt. Bedeckt sie nicht mehr so viel, ist die nächste Größe dran.

    • Gut: Von der Braue bis zur Wangenmitte
    • Gut: Seitlich ums Gesicht gebogen
    • Nicht gut: Kleine, flache Gläser
  • 2. Ein Gestell, das sich biegt

    Kleinkinder ziehen die Brille ab, kauen darauf herum, lassen sie fallen und setzen sich drauf. Ein weiches, gummiartiges Gestell biegt sich und springt wieder in Form. Gläser aus Polycarbonat, einem robusten Kunststoff, stecken die Stöße weg.

    • Gut: Biegt sich und federt zurück
    • Gut: Gläser aus Polycarbonat
    • Nicht gut: Steifes, hartes Gestell

So bleibt die Brille auf der Nase

An einem Strandtag oder einem langen Tag in der Sonne gehört die Brille zum Fertigmachen dazu: Sie kommt an der Haustür auf, zusammen mit dem Hut.

Trag deine eigene auch. Kinder machen nach, und ein Kleinkind, das deine Sonnenbrille sieht, will oft selbst eine. Es hilft auch, wenn es zwischen zwei oder drei Brillen aussuchen darf.

Landet die Brille trotzdem immer wieder im hohen Bogen im Sand, prüf zuerst, wie sie sitzt. Eine Brille, die hinter den Ohren drückt oder von der Nase rutscht, wird abgezogen. Ein Band, oder bei Kleinkindbrillen ein Halteband an den Bügeln, hält sie auch beim Mittagsschlaf. Auf einem ganz normalen Spaziergang musst du aber keinen Kampf daraus machen, dort reichen Krempe und Schatten.

Ein Elternteil und ein Kleinkind sitzen nebeneinander auf einem Holzsteg am See, beide mit Sonnenbrille, das Kind dazu mit cremefarbenem Sonnenhut

Häufige Fragen

Ab wann kann ein Baby eine Sonnenbrille tragen?

Eine Babybrille mit weichem Band kann schon in den ersten Monaten auf die Nase, wenn sich grelles Licht nicht vermeiden lässt, etwa auf einem Boot oder im Schnee. Meistens braucht ein Neugeborenes aber keine, denn Babys unter 6 Monaten bleiben im Schatten. In den meisten Familien kommt die erste Sonnenbrille danach, für Strandtage, den Urlaub und den Schnee.

Braucht mein Baby auch im Schatten eine Sonnenbrille?

Am Strand ja. Ein Sonnenschirm hält die Sonne von oben ab, aber Sand und Wasser werfen die UV-Strahlung unter den Schirm zurück. Dort bleibt die Brille also auf.

Braucht mein Kind im Schnee eine Sonnenbrille?

Ja, sogar noch mehr als am Strand. Frischer Schnee wirft bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung zurück nach oben, unter jede Krempe, und in den Bergen lässt die dünnere Luft mehr davon durch. An einem hellen Schneetag braucht dein Kind eine eng anliegende, gebogene Brille mit dunklen Gläsern der Kategorie 4 oder eine kleine Skibrille. Was sonst an einem Schneetag wichtig ist, steht im Ratgeber zu Babys erstem Schnee.

Sollte eine Kindersonnenbrille polarisiert sein?

Für den UV-Schutz macht das keinen Unterschied. Polarisierte Gläser nehmen die Spiegelungen auf Wasser und Straßen weg, was auf einem Boot angenehm ist. UV-Strahlung halten sie aber nur ab, wenn das auf der Brille steht. Achte also zuerst auf UV400, polarisierte Gläser sind ein Extra.

Schadet eine Sonnenbrille den Augen meines Kindes?

Nein. Zeit draußen im Tageslicht hilft, Kinder vor Kurzsichtigkeit zu schützen, und das gilt auch mit Sonnenbrille. Hinter den Gläsern ist es draußen noch um ein Vielfaches heller als drinnen, weit über der Helligkeit, die mit diesem Schutz in Verbindung steht.

Sind Babysonnenbrillen sicher, auch die günstigen?

Ja, wenn sie für kleine Kinder gemacht sind: mit weichem Band oder biegsamem Gestell, robusten Gläsern und einer UV-Angabe, der du trauen kannst. Diese Angabe zählt viel mehr als der Preis. Eine günstige Brille aus der Drogerie mit „100 % UV-Schutz“ ist besser als eine Designerbrille ohne. Anders sieht es bei Schnäppchen von Online-Marktplätzen aus. Als 20 dort gekaufte Kindersonnenbrillen getestet wurden, erfüllte keine einzige die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften, und zwei ließen UV-Strahlung durch, obwohl sie mit UV-Schutz beworben wurden.