Wetter

Baby bei Wind anziehen: lieber winddicht als dick

Zieh dein Baby nach der gefühlten Temperatur an, denn der Wind ist darin schon eingerechnet. Ab 25 km/h kommt eine winddichte Jacke über die warme Kleidung, dazu eine gut sitzende Mütze. Dreh den Kinderwagen aus den Böen. Bei 40 km/h nimm einen geschützten Weg nahe der Haustür. Unter 0° schützt eine Wind- und Wettercreme trockene oder empfindliche Wangen.

Eine weiche blaue Babyjacke weht im Wind auf einer Wäscheleine

Darum geht es

Du machst die Haustür auf, der Wind fegt dir um die Beine, und sofort zweifelst du an den Sachen, die du deinem Baby gerade angezogen hast. Schnell greifst du zu einem zweiten Pullover oder einer dickeren Fleecejacke. Doch Strick und Fleece haben winzige Lücken, und der Wind pfeift direkt hindurch.

Lass die warmen Schichten an, die zur gefühlten Temperatur passen. Darüber kommt einfach eine winddichte Jacke.

Rechne den Wind nicht doppelt ein

Biegen sich draußen die Äste, zieht man im Kopf gern noch ein paar Grad ab. Das hat die Wetter-App längst erledigt: In der gefühlten Temperatur ist der Wind schon eingerechnet. Ziehst du dein Baby bei windigen 11° an wie bei Frost, schwitzt es hinter der nächsten Hauswand oder im Laden sofort.

Bei etwa 25 km/h wird es spürbar böig, und der Kinderwagen fängt den Wind wie ein Segel. Bei 40 km/h stemmst du dich mit deinem ganzen Gewicht gegen den Schiebegriff. Dann macht auch kein zusätzlicher Pullover den Spaziergang schöner. Nimm einen geschützten Weg nahe der Haustür, oder kehr um und verschieb den Spaziergang auf ruhigeres Wetter.

Außen winddicht, innen warm

Eine dicke Strickjacke und eine Windjacke fühlen sich in der Hand vielleicht gleich warm an. Sie haben aber ganz verschiedene Aufgaben. Strick und Fleece halten warme Luft direkt an der Haut. Weil beide so luftig sind, bläst der Wind jedoch einfach hindurch. Eine glatte Jacke darüber hält den Wind ab, und die Wärme bleibt drin.

Winddicht heißt nicht Hightech aus dem Bergsportladen. Eine einfache Nylon- oder Softshelljacke, ein Winteroverall mit glattem Außenstoff oder die geschlossene Abdeckung des Fußsacks reichen. Wichtiger ist, wo der Wind hineinkommt: an einem offenen Halsausschnitt, an weiten Bündchen und dort, wo die Hose beim Strampeln über den Socken hochrutscht.

Windschutz heißt nie, dein Baby luftdicht einzupacken. Das Gesicht bleibt ganz frei. Ein loser Schal gehört nie um den Hals, eine Decke nie über die Öffnung des Kinderwagens, und ein Wetterschutz wird nie über dem Kopf zugezogen.

Ein Body, eine dünne Fleecejacke und eine geschlossene warme Jacke liegen der Reihe nach bereitJa

Außen winddicht

Body und Fleecejacke halten die Wärme am Körper. Die geschlossene, glatte Jacke darüber hält den Wind ab, so bleibt die Wärme drin.

Eine Strickjacke und eine warme Fleecejacke liegen ohne äußere Jacke nebeneinanderNein

Noch mehr Strick

Zwei Strickjacken machen dick, aber durch das lockere Gestrick kommt die Böe trotzdem bis auf die Haut.

Eine gute Mütze rutscht nicht über die Augen

Vor dem Spiegel sieht die hübsche Strickmütze vielleicht toll aus. Die erste kräftige Böe reißt sie aber herunter oder dreht sie zur Seite. Locker sitzende Mützen rutschen außerdem gern über die Augen. Dann sieht dein Baby nichts mehr, wird quengelig, und du hältst an jeder Ecke an, um den Rand wieder hochzuschieben.

Durch locker gestrickte Mützen pfeift kalter Wind außerdem direkt an die Ohren. An richtig böigen Tagen sitzen eine Mütze mit weichen Bändern unter dem Kinn, eine eng anliegende Bindemütze oder eine dünne Schlupfmütze viel besser, weil sie nicht verrutschen. Ziehst du zusätzlich die Kapuze der Jacke hoch, darf sie die Mütze nicht nach vorn über die Stirn schieben. Drinnen oder im warmen Auto kommen Mütze und Kapuze sofort ab.

Dreh den Kinderwagen aus dem Wind

Ein plötzlicher Windstoß ins Gesicht kann ein Baby erschrecken. Kalter Wind lässt Babys oft kurz nach Luft schnappen, blinzeln, die Augen zukneifen und weinen. Das sieht schnell nach Frieren aus. Oft stört aber nur der Luftzug auf den Wangen. Bevor du noch eine Schicht anziehst, dreh erst den Kinderwagen.

Ein Elternteil schiebt einen Kinderwagen mit Verdeck über einen windigen Parkweg
Das Verdeck fängt die Böe ab. Die Öffnung des Kinderwagens bleibt frei, und die Mütze rutscht nicht über die Augen.

Zieh das Verdeck herunter, damit sein Außenstoff die Böen abfängt. Lässt sich der Sitz umdrehen, setz dein Baby mit Blick zu dir. Dann hält die Rückenlehne den Gegenwind ab. Ein Fußsack mit windabweisender Abdeckung schützt die Beine wie ein eingebauter Windschutz, so brauchst du darunter keine dicke Schneehose. Geht es hinter hohe Häuser oder in geschützte Straßen, fühl kurz im Nacken nach. Ohne Wind ist dieselbe Kleidung wärmer. Ist die Haut heiß oder feucht, mach die Jacke oder den Fußsack ein Stück auf.

Wangen im kalten Wind schützen

Die Wangen sind meist die einzige Stelle, die frei bleibt. Fegt kalter Wind über die zarte Haut, kann sie innerhalb von Minuten rau und wund werden. Unter 0° gefühlter Temperatur oder bei eisigem, trockenem Wind hilft vor dem Rausgehen eine dünne Schicht Wind- und Wettercreme oder einfache Fettsalbe. Sie schützt die Haut zusätzlich vor dem kalten Luftzug.

Halt die Creme von Augen und Mund fern. Rote Wangen nach einem frischen Spaziergang sind ganz normal und verschwinden im Warmen meist schnell wieder. Hat dein Baby trockene Stellen, schuppige Haut oder Ekzeme, nimm die rückfettende Pflege, die deine Kinderarztpraxis oder Apotheke empfiehlt.

In der Babytrage schützt du mit

In der Trage sieht ein windiger Tag ganz anders aus. Deine Brust hält den Wind von vorn ab, und deine Körperwärme wärmt schnell mit. An Brust und Bauch braucht dein Baby deshalb weniger Schichten als im Kinderwagen.

Empfindlich sind in der Trage vor allem die Stellen, die in den Wind ragen. Die Hosenbeine rutschen leicht hoch, und dann sind die Knöchel nackt. Zieh lange Socken über die Hosenbeine oder nimm weiche Babyschuhe, die sich nicht so leicht abstrampeln lassen. Eine gut sitzende Mütze bedeckt die Ohren. Schau auch, ob der Nacken bedeckt bleibt.

Ein warmes Tragecover kommt außen über die Trage. Ein dicker, gepolsterter Winteroverall gehört nie in die Trage. Zieh deinen Mantel nie über den Kopf deines Babys zu, und leg keinen Schal darüber. Nase und Mund müssen jederzeit gut zu sehen sein.

Häufige Fragen

Und wenn es windig und sonnig ist?

Sonne und Wind zusammen täuschen leicht: Im Gesicht wärmt die Sonne, an den Händen wird es kalt. Die Kleidung richtet sich nach der gefühlten Temperatur, und die winddichte Jacke bleibt an, auch wenn die Sonne scheint. Zieh das Verdeck für Schatten herunter und setz deinem Baby ab UV 3 zusätzlich einen Sonnenhut auf.

Und wenn es windig ist und regnet?

Regen und Wind zusammen kühlen viel schneller aus als Wind allein. Der Regenschutz für den Kinderwagen hält beides ab, Wasser und Böen. Darunter bleibt die Kleidung, die zur gefühlten Temperatur passt. Unter einem Dach oder drinnen kommt der Regenschutz wieder ab, damit frische Luft hereinkommt.

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