Darum geht es
Der TOG-Wert kommt von Bettdecken und misst, wie gut ein Material Wärme hält. Auf der Verpackung wirkt er deshalb wie die ganze Antwort. Im Kinderzimmer ist er aber eher der Grobregler für die übliche Temperatur bei euch zu Hause. Die Feinabstimmung für die jeweilige Nacht übernimmt der Body oder Strampler darunter.
Das ist wichtig, weil nicht jede Nacht gleich warm ist. Bei 18° kann zu einem Schlafsack mit 2,5 TOG ein Langarmbody gut passen, sofern die Herstellertabelle nichts anderes sagt. Kommt stattdessen ein Strampler aus Fleece darunter, wird es schnell zu warm. Das merkst du an Brust oder Nacken. Du stellst also die ganze Schlafkleidung zusammen und kaufst nicht bloß eine Decke.
Was der TOG-Wert bedeutet
Die meisten Babyschlafsäcke gibt es in drei Wärmestufen. 2,5 TOG ist der Klassiker von Herbst bis Frühling und passt zu vielen Schlafzimmern hierzulande (16–20°). Ein Schlafsack mit 1,0 TOG ist für wärmeres Wetter oder moderne, gut gedämmte Wohnungen gedacht (20–24°). 0,5 TOG ist die leichte Sommervariante für heiße Nächte und den Urlaub im Warmen (24–27°).
Bei 20° und bei 24° überschneiden sich die Bereiche. Zeigt das Thermometer genau so einen Wert, musst du weder raten noch einen neuen Schlafsack kaufen. Schau in die Tabelle deines Herstellers und ändere die Kleidung darunter. Hat das Zimmer 20° und kühlt nachts ab, kann ein Schlafsack mit 2,5 TOG und Kurzarmbody passen. Bleibt es bei 20° warm, kommt eher einer mit 1,0 TOG und Langarmbody infrage. Ob die Wahl stimmt, zeigt dir dann der Griff an Brust oder Nacken.
Die meisten Gesundheitsorganisationen empfehlen fürs Schlafzimmer nach Möglichkeit 16–20°. Die Jahreszeit auf dem Karton spielt dabei keine Rolle. Schau auf ein zuverlässiges Thermometer nah am Babybett und merk dir, ob das Zimmer nachts gleich warm bleibt oder bis zum Morgen ein paar Grad verliert.
Den TOG-Wert sieht man einem Schlafsack nicht an
Ein dicker Schlafsack ist nicht automatisch wärmer. Eine Füllung aus Polyester kann bei 1,0 TOG dick und luftig aussehen, während sich ein dicht gesteppter Schlafsack aus Bio-Baumwolle mit 2,5 TOG deutlich dünner anfühlen kann. Gewicht und Dicke täuschen.
Fehlt einem geerbten Schlafsack das Etikett, frag beim Hersteller nach, welches Modell das ist. Bis du den TOG-Wert kennst, nimm für Tagschlaf und Nacht lieber einen Schlafsack mit bekanntem Wert.

0,5 TOG
Leichter Schlafsack für warme Zimmer und Hitzewellen im Sommer (24–27°).

1,0 TOG
Mittelwarmer Schlafsack für angenehm temperierte Zimmer, den späten Frühling und den frühen Herbst (20–24°).

2,5 TOG
Der Standard für kühlere Zimmer in Herbst, Winter und Frühling (16–20°).
Welcher Schlafsack zu welchem Zimmer passt
Der Blick aufs Thermometer kommt zuerst. Die Übersicht zeigt die passende Wärmestufe für das Zimmer, die Kleidung darunter ergänzt den Rest.
Mit der Temperatur ändert sich auch die Kleidung darunter. In warmen Zimmern bleiben die Arme im Kurzarmbody kühl, während der leichte Schlafsack Brust und Beine bedeckt. In kalten Zimmern hält ein Strampler mit Füßen die Wärme bis in die Zehen. Hat dein Schlafsack eine eigene Tabelle des Herstellers, halt dich an die Kombinationen dort. Alle Beispiele in diesem Ratgeber sind nur ein Ausgangspunkt.
Wenn du nur einen Schlafsack hast
Kaum jemand hat für jede Temperatur einen Schlafsack im Schrank. Läuft um 02:00 die Windel aus, nimmst du eben den sauberen, der noch in der Schublade liegt. Mit der Kleidung darunter lässt sich einiges ausgleichen, aber nur in Grenzen. Die Temperaturen in der Liste sind Richtwerte.
- Nur 2,5 TOG im warmen Zimmer (22–23°): Sieht die Herstellertabelle das vor, kann eine Windel allein darunter reichen. Fühl an Brust oder Nacken nach. Ab 24° kommt der dicke Schlafsack ganz weg. Weniger Kleidung darunter macht ihn nicht automatisch passend.
- Nur 1,0 TOG im kühleren Zimmer (18–19°): Ein Langarmbody unter einem Strampler mit Füßen kann die fehlende Wärme liefern, sofern die Herstellerangaben das zulassen. Brust oder Nacken sagen dir, ob es reicht. Bei 17° und kälter ist ein wärmerer Schlafsack dran.
- Nur 0,5 TOG im mäßig warmen Zimmer (20–21°): Ein Strampler mit Füßen darunter kann die Lücke schließen, wenn das zur Tabelle des Herstellers passt. Ob es warm genug ist, fühlst du an Brust oder Nacken. Bei 19° und kälter wechsle zu einem wärmeren Schlafsack. Dünner Musselin kommt gegen ein kaltes Zimmer nicht an.
Versuch nie, einen zu dünnen Schlafsack im kalten Zimmer mit Strickjacke, Fleecejacke für draußen oder Mütze auszugleichen. Liegt die Temperatur außerhalb des sicheren Bereichs für den Schlafsack, ist es Zeit für einen anderen.
Heute Nacht ohne Schlafsack? Dann zählt das Zimmer
Ab 28°
Windel
24–27°
Kurzarmbody
22–23°
Strampler
20–21°
Langarmbody, Strampler
18–19°
Langarmbody, Wattierter Schlafanzug
17° und kälter
Langarmbody, Wollsocken, Wattierter Schlafanzug
Der richtige TOG-Wert nützt nur, wenn der Schlafsack sitzt
Ein Schlafsack kann genau den richtigen TOG-Wert haben und trotzdem unsicher sein, wenn er an den Schultern nicht passt. Entscheidend ist der Halsausschnitt: Bei geschlossenem Reißverschluss muss er bequem unter dem Kinn liegen, damit dein Baby nicht in den Schlafsack hineinrutschen kann.

Schlafsäcke gibt es mit und ohne Ärmel. Nimm einen ohne Kapuze, damit der Kopf frei bleibt. Die Armausschnitte sollen gut anliegen, ohne einzuschneiden. Mach alle Reißverschlüsse und Druckknöpfe an den Schultern ganz zu.
Liegt dein Baby auf dem Rücken im Bett, schau noch einmal auf den Halsausschnitt. Lässt er sich leicht über Kinn oder Mund schieben, ist der Schlafsack für heute zu groß. Leg ihn für ein paar Wochen beiseite.
Keine zwei Schlafsäcke übereinander
TOG-Werte lassen sich nicht einfach zusammenzählen. Zwei Schlafsäcke mit je 1,0 TOG ergeben keine 2,0 TOG. Die Luft zwischen den beiden dämmt unberechenbar, und es kann schnell zu einer Überwärmung kommen.
Bleib bei einem gut sitzenden Schlafsack. Nimm nie beschwerte Schlafsäcke oder beschwerte Pucksäcke. Sie schränken die Atmung ein, und führende Organisationen für Kindersicherheit stufen sie als unsicher ein. Bettdecken, Steppdecken und lose Decken haben im Babybett ebenfalls nichts zu suchen.
Die ganze Schlafkleidung am Baby prüfen
Tabellen und Thermometer geben dir einen verlässlichen Plan für den Anfang. Ob er aufgeht, zeigt dir die Haut deines Babys. Leg zwei Finger auf die Brust oder in den Nacken, sobald es zur Ruhe gekommen ist.
Ist die Haut warm und trocken, passt alles. Ist sie verschwitzt, klamm oder heiß, ist deinem Baby zu warm. Mach den Schlafsack auf oder nimm eine Schicht darunter weg. Fühlt sich die Brust kühl an, kommt eine langärmelige Schicht dazu, oder du wechselst zu einem wärmeren Schlafsack.
Kleine Hände und Füße sind kein guter Maßstab. Der Kreislauf eines Babys versorgt zuerst die lebenswichtigen Organe, deshalb fühlen sich Finger und Zehen oft kühl an, auch wenn der Körper schön warm ist. Wer wegen kühler Hände zur zusätzlichen Decke greift, macht es im Kinderzimmer schnell zu warm.
Wenn dein Baby zu dir ins Bett kommt
Am sichersten schläft ein Baby auf dem Rücken im eigenen Babybett, bei dir im Schlafzimmer. Holst du es zum Füttern oder Trösten zu dir, leg es vor deinem eigenen Einschlafen zurück. Ein gut sitzender Schlafsack ist dabei das ganze Bettzeug fürs Baby. Ein sicherer Schlafplatz wird dein Bett dadurch aber nicht. Schlag deine Bettdecke bis zur Hüfte zurück und halt deine Kissen weit weg vom Gesicht deines Babys. Die Arme bleiben frei, und im Erwachsenenbett wird nie gepuckt. Schlaf nie mit deinem Baby auf dem Sofa oder im Sessel ein.
Neben dir wird es wärmer, denn deine Körperwärme wärmt mit. Fühl deshalb an Brust oder Nacken, sobald dein Baby neben dir ruhig liegt. Ist das Zimmer schon warm, hilft leichtere Kleidung darunter gegen Überwärmung. Das gemeinsame Bett solltest du meiden, wenn du oder jemand anderes im Bett raucht, Alkohol getrunken oder Drogen genommen hat, Medikamente nimmt, die müde machen, oder völlig erschöpft ist. Dasselbe gilt bei einer Frühgeburt, bei niedrigem Geburtsgewicht und wenn dein Baby Fieber hat oder krank ist. Mehr zur [sicheren Schlafumgebung](https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/0-12-monate/schlafumgebung/) erklärt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Ausführliche Hinweise zum [gemeinsamen Schlafen](https://www.lullabytrust.org.uk/baby-safety/safer-sleep-information/co-sleeping/) gibt die britische Organisation The Lullaby Trust (auf Englisch).
Diese Tabelle gilt nur fürs Schlafen drinnen
Die TOG-Werte und Kombinationen hier gelten nur für Babybett oder Stubenwagen drinnen, bei ruhiger Luft. Für unterwegs lassen sie sich nicht einfach übernehmen.
Draußen verändern Wind und bewegte Luft, wie gut etwas wärmt. Für das Schläfchen im Kinderwagen gilt deshalb der Ratgeber zur Kleidung im Kinderwagen. In Babyschale oder Kindersitz verhindert dicke Polsterung unter den Gurten, dass sie bei einem Aufprall straff sitzen. Der Schlafsack bleibt im Babybett. Für die Fahrt kommt eine Decke fürs Auto über die festgezogenen Gurte.
Häufige Fragen
Kann ich bei 24° einen Schlafsack mit 1,0 TOG nehmen?
Das kann passen, denn bei 24° überschneiden sich die Bereiche des NHS. Infrage kommen 1,0 TOG mit nur einer Windel oder 0,5 TOG mit Kurzarmbody. Entscheidend ist die Tabelle deines Herstellers, und ob es passt, fühlst du an Brust oder Nacken.
Kann ich einen Schlafsack mit 0,5 TOG im kalten Zimmer mit mehr Kleidung ausgleichen?
Nur, wenn es wenig kühler ist. In dieser Übersicht reichen 0,5 TOG bei 19° und kälter nicht mehr, auch nicht mit einem Strampler mit Füßen. Nimm dann einen wärmeren Schlafsack. Die Tabelle deines Herstellers geht vor, und ob es warm genug ist, fühlst du an Brust oder Nacken.
Kann ich meinem Baby zwei Schlafsäcke übereinander anziehen?
Nein. Die Luft zwischen zwei Schlafsäcken macht die Wärme unberechenbar und kann zu Überwärmung führen. Nimm einen gut sitzenden Schlafsack und darunter die passende Kleidung für die Zimmertemperatur.
Vor dem Schlafengehen prüfen
- Prüfe den Halsausschnitt: Der Kopf deines Babys darf nicht durch die Öffnung nach unten rutschen können.
- Wähle den Schlafsack nach der Zimmertemperatur und regle die Wärme über die Kleidung darunter.
- Halt das Babybett frei: keine Bettdecken, keine losen Decken, kein Nestchen.
Fühl im Nacken oder an der Brust. Ist die Haut klamm oder kühl, ändere eine Schicht und fühl noch einmal nach.

















