Darum geht es
Schlägt eine App Body, Hose und leichte Strickjacke vor, wirkt das genauer, als es ist. Kinderärztliche Empfehlungen stecken nur einen groben Rahmen ab. Eine Formel für jedes einzelne Grad gibt es nicht.
Button macht daraus einen vernünftigen Ausgangspunkt, damit du nicht mit einem Baby auf dem Arm Schichten ausrechnen musst. Der Vorschlag bringt euch angezogen aus der Tür. Die eigentliche Entscheidung triffst aber du.
Die Website plant für draußen, die App fragt, wo ihr seid
Auf der Website gehen alle Vorschläge davon aus, dass du mit dem Kinderwagen rausgehst. Genau das fragen sich Eltern am häufigsten, wenn sie in den Himmel schauen. Und im Kinderwagen überraschen Wind und Kälte ein Baby am leichtesten.
In der App wählst du, wo dein Baby den Tag wirklich verbringt. In der Trage heizt deine Brust mit, deshalb reichen dünne Schichten am Körper, und die Wärme kommt von außen. In Babyschale und Kindersitz muss die Kleidung dünn und eng anliegend sein, denn dicke Jacken lassen sich bei einer Vollbremsung zusammendrücken, und der Gurt sitzt dann zu locker. Drinnen und nachts zählt das Wetter draußen viel weniger als die Temperatur im Zimmer. Die Raumtemperatur stellst du selbst ein und siehst dann die passende Kleidung oder den passenden Schlafsack für die Nacht.
Beim Spaziergang zählt die gefühlte Temperatur
Beim Spaziergang ist die große Zahl in der Wetter-App nur die halbe Wahrheit. An einem windigen Morgen mit 14° sind es auf nackten Wangen gefühlt eher 10°, und bei hoher Luftfeuchtigkeit wird warme Luft schwül. Button richtet das Outfit nach der gefühlten Temperatur aus und bedenkt dabei, dass dein Baby still sitzt, während dir beim Gehen warm wird.
In der Tabelle unten findest du das Kinderwagen-Outfit für jede Temperatur. Nimm für jedes Teil einfach, was sauber in der Schublade liegt. Schnitt und Farbe spielen keine Rolle.
Ab 28°
Kurzer Spielanzug
24–27°
Kurzarmbody, Leichte Hose
20–23°
Langarmbody, Leichte Hose, Dünne Socken
16–19°
Langarmbody, Leichte Hose, Dünne Socken, Leichte Strickjacke
12–15°
Langarmbody, Warme Strickhose, Dünne Socken, Leichte Strickjacke, Übergangsjacke
8–11°
Langarmbody, Warme Strickhose, Wollsocken, Warme Fleecejacke, Winterjacke, Leichte Strickmütze
4–7°
Langarmbody, Warme Strickhose, Wollsocken, Warme Fleecejacke, Winterjacke, Gefütterte Babyschuhe, Fäustlinge, Wintermütze
Unter 4°
Langarmbody, Warme Strickhose, Wollsocken, Warme Fleecejacke, Winteroverall, Fäustlinge, Wintermütze
Der Name eines Kleidungsstücks verrät nicht, wie dick der Stoff ist. Ein hauchdünnes Baumwolljäckchen und eine dicke Jacke aus Walkwolle können beide „Strickjacke“ heißen und wärmen doch ganz unterschiedlich. Die Liste nennt die Schicht. Ob heute leichte Baumwolle oder dickeres Fleece passt, entscheidest du.
Bei jüngeren Babys spielt das Alter mit. Neugeborene haben wenig isolierendes Fett und können sich noch nicht gut durch Zittern aufwärmen. An warmen Tagen um 24–27° schlägt Button für Babys unter 3 Monaten lange Ärmel und eine leichte Hose vor, wo ein älteres Baby kurze Ärmel trägt. Ab 28° reicht in jedem Alter ein einziger lockerer Spielanzug. Mit 90 Tagen legt die Entwicklung aber keinen Schalter um. Verlass dich deshalb mehr auf die Haut deines Babys als auf den Kalender.
Bei höherem UV-Index mehr Haut bedecken
Bei UV-Strahlung geht es um Hautschutz, nicht um Wärme. Ab UV-Index 3 braucht dein Baby Schatten und bedeckte Haut, keine zusätzliche Wärme. Bedeckt das Outfit schon Arme und Beine, fehlt nur noch ein Sonnenhut mit breiter Krempe. Im Sommer halten lange Ärmel aus luftiger, leichter Baumwolle die Sonne ab, ohne dass sich darunter die Hitze staut.
JaMit Sonnenschutz
Die Wärme bleibt gleich. Sonnenhut und Schatten schützen die Haut, ganz ohne dicke Schichten.
NeinNur nach Temperatur
Die Kleidung passt zur Temperatur. Ohne Hut und Schatten bleibt die Haut aber der UV-Strahlung ausgesetzt.
Wind, Regen und Hitze brauchen eigene Lösungen
Schwieriges Wetter löst du selten mit noch einem Pulli. Wind, Regen und Hitze wirken sich unterwegs ganz unterschiedlich aus, und mehr warme Kleidung kann leicht nach hinten losgehen.

Wind
Wind pfeift schnell durch lockeren Strick. Eine leichte winddichte Jacke hält ihn ab, ohne dass du darunter dicker anziehen musst.

Regen
Ein Regenschutz, der zu deinem Kinderwagen passt, hält das Wasser ab. Unter Plastik staut sich aber schnell feuchte Wärme. Nimm ihn deshalb nie als zusätzliche Winterjacke.

Hitze
Nähert sich die gefühlte Temperatur 32°, hilft keine Kleidung mehr gegen das Wetter. Bleib nur kurz draußen, such den Schatten großer Bäume und geh zum Abkühlen rein.
Bei gemischtem Wetter musst du abwägen. Ein Regenschutz aus Plastik hält die Nässe vom Kinderwagen fern, lässt aber kaum Luft durch und macht den Sitz in wenigen Minuten warm. Eine winddichte Jacke hält Zugluft ab. Das heißt aber nicht, dass dein Baby bei milder Luft Winterkleidung braucht.
Die Hitzegrenze um 32° stützt sich auf Hinweise des amerikanischen Kinderärzteverbands American Academy of Pediatrics. Wird es so heiß, hilft ein anderes Outfit nicht mehr. Sicher ist dann nur eins: den Spaziergang abkürzen und einen kühleren Ort suchen.
Was die Vorhersage nie wissen kann
Eine Wettervorhersage beruht auf Messwerten einer Station, die weit weg steht. Sie sieht nicht, wo dein Baby gerade unterwegs ist. Sie weiß nicht, dass durch deine Straße der Wind pfeift wie durch einen Windkanal oder dass sich zwischen den Häuserwänden die Hitze staut.
Auch was du unterwegs änderst, sieht sie nicht. Eine Fleecedecke um die kleinen Beine wärmt so gut wie eine Jacke. Im überheizten Café wird das Outfit für draußen schnell zum Backofen. Und vor allem kennt kein Algorithmus dein Baby. Manchen Babys ist schnell warm, und sie schwitzen leicht. Andere brauchen eine Schicht mehr, um zufrieden zu sein. Der Vorschlag bringt euch durch die Haustür. Den Feinschliff machen deine Augen und Hände.
Am Ende entscheidet deine Hand
Kalte Hände und Füße führen dich in die Irre. Der noch unreife Kreislauf versorgt zuerst die Körpermitte, deshalb fühlen sich kleine Finger und Zehen oft kühl an, auch wenn der Oberkörper angenehm warm ist. Wegen kühler Finger noch einen Pulli anzuziehen, ist der häufigste Weg zur Überwärmung.
Schieb stattdessen zwei Finger unter den Kragen und fühl direkt auf der Haut im Nacken oder oben an der Brust. Ist sie warm und trocken, passt das Outfit, und du lässt alles, wie es ist. Ist sie heiß, gerötet oder feucht, ist deinem Baby zu warm. Mach die Jacke auf, schlag die Decke zurück oder zieh eine leichte Schicht aus. Ist die Brust kühl, braucht es mehr Wärme: Zieh ihm eine Schicht mehr an, oder deck es mit einer Decke zu und steck sie fest.
Häufige Fragen
Soll ich mein Baby bei direkter Sonne leichter anziehen?
Die Sonne wärmt den Sitz im Kinderwagen. Das Outfit richtet sich trotzdem nach der gefühlten Temperatur. Zieh das Verdeck als Schattenspender vor, wähle hellen Sonnenschutz und fühl im Nacken, ob deinem Baby zu warm wird.
Was tun, wenn sich der Nacken feucht anfühlt?
Feuchte Haut ist ein frühes Zeichen dafür, dass dein Baby schwitzt. Mach sofort die äußere Schicht auf oder schlag die Kinderwagendecke zurück. Halt die Öffnung des Kinderwagens frei, damit frische Luft hinkommt, und fühl nach fünf Minuten noch einmal nach.























